Statements

Diesen August würdigen wir die Frauen Südafrikas

Abahlali baseMjondolo ehrt die Aktivistinnen Südafrikas und fordert konkrete Maßnahmen gegen Gewalt, Armut und die Vernachlässigung durch den Staat, unter denen verarmte Frauen täglich leiden.
Diesen August, dem Frauenmonat, sprechen wir von den Genossinnen, die Mütter, Töchter, Schwestern und Großmütter sind – Genossinnen, die jeden Morgen in den Slums aufwachen und die Last eines Landes tragen, das sie vergessen hat.

Wir würdigen die Frauen, die ihre Familien unter Bedingungen furchtbarer Armut am Leben erhalten, und die Frauen, die sich gegen Unterdrückung wehren. Wir ehren die Frauen in unserer Bewegung.

Aber dies ist kein Monat zum Feiern.

In Südafrika ist keine Frau vollkommen frei. Alle Frauen sind von Gewalt bedroht. Arme Frauen werden nach wie vor stark unterdrückt.

Es gibt keinen Grund zum Feiern, solange Frauen weiterhin unter äußerst gefährlichen Bedingungen leben müssen.

Es gibt keinen Grund zum Feiern, wenn eine Frau nach Einbruch der Dunkelheit zu einem öffentlichen Wasserhahn gehen muss und dabei Gefahr läuft, vergewaltigt oder überfallen zu werden.

Es gibt keinen Grund zum Feiern, wenn es keinen Strom, kein fließendes Wasser, keine Toiletten und keine Sicherheit für Kinder gibt.

Es gibt keinen Grund zum Feiern, wenn eine Frau nicht weiß, ob ihr Zuhause morgen noch stehen wird – sei es wegen Zwangsräumungen, Bränden oder politischer Gewalt.

Für Millionen von in Armut lebenden Frauen, die in Hütten, Blechhäuschen und Hinterhöfen leben, ist jeder Tag ein Kampf ums Überleben.

Zu feiern, obwohl all das wahr ist, bedeutet zu lügen.

Diesen August würdigen wir alle Frauen unserer Bewegung, die sich geweigert haben, Armut als Schicksal hinzunehmen.

Wir gedenken Nqobile Nzuza, die am 30. September 2013 bei einer Straßenblockade in Cato Crest von einem Polizisten ermordet wurde. Sie war siebzehn Jahre alt und machte gerade ihr Abitur. Sie schloss sich der Straßenblockade an, um gegen die brutalen Angriffe der Stadtverwaltung von eThekwini auf die Landbesetzung in Marikana in Cato Manor zu protestieren. Sie engagierte sich im Kampf um Land.

Wir würdigen die Genossin Thuli Ndlovu, eine Führungspersönlichkeit von Abahlali baseMjondolo in KwaNdengezi. Sie kämpfte für Land, Wohnraum und die Würde ihrer Gemeinschaft. Sie wurde am 27. September 2014 ermordet, weil sie sich gegen Unterdrückung gewehrt hatte.

Wir würdigen die Genossin Nokuthula Mabaso, eine führende Vertreterin der eKhenana-Kommune und der Abahlali-Frauenliga. Sie war Mutter, Organisatorin und Mitbegründerin einer Gemeinschaft, die sich selbst versorgte und selbst verwaltete. Sie wurde bei einem Angriff auf ihre Gemeinde am 5. Mai 2022 ermordet. Sie wusste, dass arme Menschen sich das Recht auf Land und ein Leben in Würde erkämpfen müssen.

Unsere tapferen Genossinnen erhoben sich gegen die Unterdrückung und forderten Land und Würde. Thuli und Nokuthula waren Anführerinnen.

Wir gedenken auch anderer Frauen, die im Kampf für Gerechtigkeit ihr Leben gelassen haben.

Fikile Ntshangase war ein führendes Mitglied der Mfolozi Community Environmental Justice Organisation (MCEJO), die sich gegen die Zerstörung von Land und Häusern der Menschen durch den Kohlebergbau einsetzte. Sie wurde am 22. Oktober 2020 ermordet.

Babita Deokaran war eine integre Beamtin und Whistleblowerin im Gesundheitsministerium der Provinz Gauteng. Sie deckte Korruption und den Diebstahl öffentlicher Gelder für die öffentlichen Krankenhäuser und Kliniken auf, die die Armen versorgen. Sie wurde 2021 ermordet, weil sie sich weigerte, wegzuschauen, während mächtige und gefährliche Männer das Gesundheitssystem ausplünderten.

Wir haben kein Interesse an Politikern, die mit Reden und Blumen ankommen und nichts über die Unterdrückung sagen, unter der wir heute leiden, und nichts über unsere Anführerinnen, die im Kampf gegen diese Unterdrückung ihr Leben gelassen haben.

Wahre Ehrung bedeutet:

1.⁠ ⁠Zugang zu Land und menschenwürdigen Wohnverhältnissen, damit keine Frau aus Angst vor einer Zwangsräumung oder einem Brand schlaflos bleibt. 2.⁠ Zugang zu grundlegenden Versorgungsleistungen wie Wasser, Strom, sanitären Einrichtungen und sichere öffentliche Beleuchtung in jeder Siedlung. 3.⁠ ⁠Ein Ende der politischen Morde und der Einschüchterung von Frauen in Führungspositionen. 4.⁠ ⁠Ein Ende der geschlechtsspezifischen Gewalt in den eigenen vier Wänden, auf der Straße, in Schulen und in den Gemeinden. 5.⁠ ⁠Menschenwürdige Arbeit, Gesundheitsversorgung und Bildung, damit Frauen nicht gezwungen sind, sich zwischen der Ernährung ihrer Kinder und ihrer eigenen Gesundheit zu entscheiden. 6. Gesundheitsversorgung im Bereich der Reproduktionsmedizin und Verhütungsmittel, die ohne Demütigung und sofort verfügbar sind. 7. Ein existenzsicherndes garantiertes Einkommen als Anerkennung für die unbezahlte Betreuungsarbeit, die die Familien und Gemeinschaften zusammenhält. 8. Entschlossene Maßnahmen zur Senkung der Lebensmittelpreise für Grundnahrungsmittel. 9. Schluss mit den Versuchen, arme Frauen gegen Migrantinnen und Flüchtlingsfrauen aufzuhetzen, denn der Feind sind Landlosigkeit, Arbeitslosigkeit und Vernachlässigung durch den Staat – nicht unsere Nachbarinnen. 10.⁠ ⁠Rechenschaftslegung für die Morde an Nqobile, Thuli, Nokuthula, Fikile, Babita und all den anderen ermordeten und getöteten Aktivistinnen, deren Fälle zu den Akten gelegt und in Vergessenheit geraten sind.

Arme Frauen wollen nicht gefeiert werden. „Wir fordern Sicherheit, eine Unterkunft, Gehör und das Recht auf Leben.“

Solange das nicht geschieht, kann der August kein Monat zum Feiern sein. Es muss ein Monat des Gedenkens, ein Monat der Organisation, ein Monat des Kampfes sein.

Wir gedenken Nqobile. Wir gedenken Thuli. Wir gedenken Nokuthula. Wir gedenken Babita. Wir würdigen jede Frau in jeder Hüttensiedlung, die trotz allem weiterkämpft.

Aluta Continua.

Der Kampf geht weiter.

Thabisa Maphela 069 572 1094 Thembeka Shangase 064 924 2289

Available in
EnglishSpanishPortuguese (Brazil)GermanFrenchItalian (Standard)Arabic
Translator
Nathalie Guizilin
Date
14.08.2026
Progressive
International
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