Wie nun bekannt wurde, legte letzte Woche in Südwales ein Containerschiff an, das vom US-Militär zur Versorgung seiner Luftwaffenstützpunkte in Großbritannien mit Bomben eingesetzt wird.
Dies geschah, als Präsident Trump die Bombardierung des Iran wieder aufnahm. Zuvor hatte Andy Burnham die Nutzung der RAF-Basis Fairford in Gloucestershire genehmigt. Die Operationen lösten daraufhin Vergeltungsdrohungen aus Teheran aus.
Trump nutzte Fairford bereits Anfang des Jahres, in der Amtszeit von Premierminister Keir Starmer, intensiv für Bombenangriffe auf den Iran.
Unzählige Kampfeinsätze der US-Luftwaffe starteten von Fairford aus, sodass ihr Bombenvorrat an zur Neige ging, wie aus von Declassified und Bloomberg gesammelten Beweisen hervorgeht.
Fairford ist auf ein Munitionsdepot in Welford angewiesen. Dieses Depot ist ca. eine 30-minütige Autofahrt vom Stützpunkt entfernt. Es verfügt sogar über eine eigene Anschlussstelle an die Autobahn M4.
Nachlieferungen erfolgten in der Regel ein Mal im Jahr durch Lastwagen von den Docks in Newport in Südwales über die M4 bis nach Welford: Die Bomben wurden in Containern transportiert.
Vom US-Militär veröffentlichte Aufnahmen zeigten, dass die MV Sagamore im Jahr 2024 genau für diesen Zweck eingesetzt wurde: Dutzende von Bombencontainern wurden in Newport zur Lagerung in Welford angeliefert.
Daten zur Standortverfolgung und ein von einem lokalen Fotografen aufgenommenes Bild bestätigen, dass das Schiff am Freitag in Newport eingetroffen ist.
Es kam aus Wilhelmshaven in Deutschland. Dort befindet sich der Umschlaghafen für Munition der US-Streitkräfte in Europa.
Ursprünglich war das Schiff aus Sunny Point in den USA ausgelaufen, dem laut der Palestinian Youth Movement „größten Militärhafen der Welt, der ausschließlich für den Transport von scharfer Munition und Sprengstoff genutzt wird“, bevor es in Deutschland einen Zwischenstopp einlegte.
Auf die Frage, warum die MV Sagamore letzte Woche in Newport angelegt habe, gab es keine Antwort der verantwortlichen Stellen, also dem britischen Militär, Schiffseignern oder Hafenbetreibern.
Ein Sprecher des US Transportation Command, die Militäreinheit, die vermutlich die MV Sagamore betreibt, erklärte gegenüber Declassified: „Um die operative Sicherheit zu gewährleisten, äußern wir uns nicht zu militärischen Bewegungen oder Ladungen.“
Als die MV Sagamore 2024 und 2025 in Newport anlegte, fanden beide Abstecher an einem Freitagabend statt und dauerten etwa 36 Stunden – ähnlich wie beim Besuch im Jahr 2026.
Die MV Sagamore ist so eng mit dem US-Militär verbunden, dass sie an Präsident Bidens gescheitertem Projekt eines Hilfspiers für den Gazastreifen beteiligt war.
Peter Burt von der Friedensinitiative „Fairford Action“ sagte: „Die Wiederaufnahme der US-Angriffe auf den Iran bedeutet, dass Munition, die heute an das US-Waffenlager in Welford geliefert wird, morgen dazu verwendet werden könnte, Menschen im Nahen Osten zu töten.
Diese Bomben sind nicht dazu da, dieses Land zu verteidigen. Großbritannien fungiert als Versorgungs- und Betankungsstützpunkt für US-Streitkräfte, die sich an rücksichtslosen und illegalen militärischen Abenteuern beteiligen, welche nicht nur den Nahen Osten, sondern die ganze Welt aus dem Gleichgewicht bringen.
Die Öffentlichkeit ist sich dessen vollkommen bewusst“, sagte Burt und verwies dabei auf eine neue Umfrage, aus der hervorgeht, dass eine Mehrheit der Brit*innen dagegen ist, den USA zu gestatten, britische Stützpunkte für Angriffe auf den Iran zu nutzen.
„Protestaktionen gegen US-Kriege und die US-Militärpräsenz in Großbritannien werden immer häufiger“, fügte Burt hinzu. Am 15. August sei eine Demonstration vor Fairford geplant.
Phil Miller ist Herausgeber von „Declassified UK“. Er ist Autor des Buches „Keenie Meenie: The British Mercenaries Who Got Away With War Crimes“.
John McEvoy ist Chefreporter bei „Declassified UK“. John ist Historiker und Filmemacher, dessen Arbeit sich auf die britische Außenpolitik und Lateinamerika konzentriert. Seine Doktorthese behandelte die geheimen Kriege Großbritanniens in Kolumbien zwischen 1948 und 2009, und derzeit arbeitet er an einem Dokumentarfilm über die Rolle Großbritanniens beim Aufstieg von Augusto Pinochet.
