Am Montag, dem 26. Oktober, schlossen sich die Teilnehmenden der Demonstration „Städte gegen Abelardo, Bogotá gegen Galán“ an. Diese zog durch die Straßen, um Forderungen der Bevölkerung angesichts der Politik geltend zu machen, die sich auf das Leben der Menschen, den Wohnraum, die Umwelt, die Sicherheit und die Territorien auswirkt. Am selben Tag um 9.30 Uhr hielten die wichtigsten sozialen Organisationen und Führungspersonen im Bereich städtischer Fragen eine Pressekonferenz auf dem Campus Macarena der Universidad Distrital in Bogotá ab.
Die Veranstalter des Treffens betonten, die gegenwärtige Lage sei geprägt von Wohnungsmangel, Zwangsräumungen und einem humanitären Notstand in den Städten, sowie von den Folgen des Erdbebens hinsichtlich der Lebensbedingungen in den Gemeinschaften, vom Voranschreiten der Gentrifizierung und von der sich verschärfenden Umweltkrise.
„Wir werden zusammenkommen, um unsere Erfahrungen auszutauschen, Vorschläge zu erarbeiten und die Basisorganisation zu stärken. Das zentrale Ziel ist es, die umfassende und menschenzentrierte Stadtentwicklungsreform voranzubringen. Es ist eine an der Basis entwickelte Agenda, die das Recht aufs Stadtleben, menschenwürdigen und angemessenen Wohnraum, Umweltgerechtigkeit und die Fähigkeit der Gemeinschaften gewährleisten soll, über ihre Gegenwart und ihre Zukunft zu entscheiden“, erklärten die sozialen Führungspersonen, die das Gipfeltreffen unterstützen.
Die Organisationen sind überzeugt, dass die Gemeinschaften inmitten der Debatte über das Stadtmodell und die Antworten auf die städtische Krise zusammenkommen und zeigen werden, dass es Alternativen gibt, die auf Organisation, Solidarität und der Macht der Bevölkerung beruhen.
Zu den gravierenden Problemen, von denen die Menschen in den Städten betroffen sind, meinte die Sprecherin Juliana Ramírez: „Städte sind Orte, an denen mehrere Formen der Unterdrückung zusammentreffen, zumal sie auch der bevorzugte Schauplatz des Kapitalismus sind, in dem dieses Stadtmodell, das ausbeutet und enteignet, reproduziert wird. Einige dieser Faktoren hängen zum Beispiel mit dem Wohnungsmangel zusammen, der nichts anderes bedeutet, als dass derzeit Millionen von Familien keinen menschenwürdigen Wohnraum haben.“
Die Zahlen verdeutlichen das Ausmaß der Krise: Zwischen 4,8 und 5,2 Millionen Familien im Land, rund 31 Prozent der kolumbianischen Haushalte, haben keine Wohnung, und 7,3 Millionen Menschen leben in Wohnungsnot im Sinne mangelhafter Wohnverhältnisse, das heißt in Behausungen mit schlechter Bausubstanz, minderwertigen Materialien und eingeschränktem Zugang zu öffentlichen Versorgungsleistungen.
Außerdem geben Familien unter den einkommensschwächsten zehn Prozent bis zu 50 Prozent ihres monatlichen Einkommens für die Miete aus. Hinzu kommt, dass die Käufe von Sozialwohnungen im vergangenen Jahr um 36 Prozent zurückgegangen sind. Das zeigt, dass es für die Menschen immer schwieriger wird, ein Eigenheim zu erwerben.
Vor dem ersten Gipfeltreffen, das im September 2025 stattfand und an dem fast 3.000 Menschen aus mehr als zehn Städten des Landes teilnahmen, wurde eine Reihe von Besprechungen, Gemeinschaftsarbeitsveranstaltungen, Diskussionsforen und Themenfestivals zu verschiedenen sozialen Forderungen organisiert, die das Modell einer auf das Kapital ausgerichteten Stadt infrage stellen.
Im Juni dieses Jahres traf sich das Organisationsteam, um die aktuelle Lage zu prüfen, eine Kampagnenagenda zu erarbeiten, ihre Sprecherinnen und Sprecher zu bewerten und zu wählen und gemeinsam Mechanismen der Entscheidungsfindung festzulegen. Außerdem analysierte es das politische Klima, gab Rückmeldungen zur Kampagnenagenda und führte künstlerische Darbietungen auf.
An den drei Tagen des Gipfeltreffens gab es Gelegenheiten für Debatten, Treffen zwischen Organisationen, Workshops, kulturelle Aktivitäten und die gemeinsame Erarbeitung von Vorschlägen. Die Veranstaltung bot außerdem die Möglichkeit, direkt von den Betroffenen zu hören, die ihre Wohnungen, Territorien und Lebensgrundlagen verteidigen, und Initiativen kennenzulernen, die die wichtigsten Herausforderungen der kolumbianischen Städte angehen wollen.
Die Pressekonferenz am Montag, dem 26. Oktober, bot einen Rahmen für den Dialog mit den nationalen Sprecherinnen und Sprechern, um die wichtigsten Schlussfolgerungen und Vorschläge des Gipfeltreffens kennenzulernen und die politischen Gründe anzusprechen, die die Gemeinschaften dazu bewegen, sich zur Verteidigung des Rechts auf ein würdiges Stadtleben zu mobilisieren.
