Am Mittwoch, den 10. Dezember 2025, prahlte US-Präsident Donald Trump vor dem Pressekorps des Weißen Hauses mit dem jüngsten Triumph seiner Regierung. „Wir haben gerade einen Tanker an der Küste Venezuelas beschlagnahmt“, sagte er. „Einen sehr großen – ja sogar der größte, der jemals beschlagnahmt wurde.“
Das Schiff transportierte Erdöl von einem stark sanktionierten, souveränen lateinamerikanischen Staat in einen anderen – von Venezuela nach Kuba. Eine wortwörtliche Rettungsleine zwischen zwei Nationen wurde von einer ausländischen Macht gekappt, die schamlos behauptet, das Recht zu haben, ihre Ladung zu konfiszieren.
Venezuelas Regierung prangerte die Beschlagnahmung als „eklatanten Diebstahl und internationale Piraterie“ an. Auf die Frage, was mit dem gestohlenen Erdöl denn passieren würde, grinste Trump und höhnte: „Nun, wir behalten es, denke ich.“
In der Karibik sehen wir, wie die Reaktionäre Internationale ihren dreisten Ausdruck findet: Gesetzlosigkeit als Vorrecht, Diebstahl als Politik und die nackte Ausübung imperialer Macht, die stolz und nicht etwa verdeckt beworben wird. Was Trump und seine Kohorte auszeichnet, ist nicht ihr Verhalten – sondern ihre Aufrichtigkeit.
Wie Trumps Verbündeter und Oligarchenkollege Elon Musk es einmal ausdrückte: „Wir putschen, wen wir wollen.“ Er veröffentlichte diese Zeile in 2019 nach dem von den USA unterstützten Staatsstreich in Bolivien, dessen Lithiumreserven von den Unternehmen, für die er sich einsetzt, begehrt waren – und kaufte später die Plattform, auf der er das gepostet hatte. Daraufhin verwandelte er eine der wichtigsten öffentlichen Kommunikationsplattformen der Welt in ein Megaphon für rechtsextreme, plutokratische Politik.
Für diese Bruderschaft von Milliardären kann die Realität selbst geschaffen werden. Wahrheit ist nicht etwas, das auf Fakten beruht, sondern etwas, das mit Reichtum und Gewalt behauptet wird. Trump zum Beispiel hat sich inzwischen die Verschwörungstheorie der weißen Supremacisten über einen „weißen Genozid“ in Südafrika zu eigen gemacht – einem Land, dessen wahres „Verbrechen“ in den Augen der Reaktionären Internationale darin besteht, Israel vor den Internationalen Gerichtshof zu bringen, wo es sich wegen seines Angriffs auf Gaza wegen Völkermords zu verantworten hat.
Sein Interesse ist nicht philosophisch. Trump ist mit wohlhabenden rechten Netzwerken in Südafrika verflochten – von Musk bis hin zu seinem langjährigen Freund und Golfpartner Gary Player, dem Sportbotschafter der Apartheid-Ära. Ihre gemeinsame Politik entspricht ihren gemeinsamen Interessen.
Und das Netzwerk erstreckt sich noch viel weiter. Trumps Schwiegersohn Jared Kushner ist der Erbe einer Familie, die in der israelischen Elitepolitik integriert ist. Die Beziehung ist so eng, dass Benjamin Netanjahu bei Besuchen in New York in Kushners Kinderzimmer übernachtet hat. Trumps Westasienpolitik – von der Verlegung der US-Botschaft nach Jerusalem bis hin zur Segnung der extremsten Ambitionen Netanyahus – basiert auf dieser Verknüpfung zwischen persönlichem und politischem Reichtum.
Dieser Zusammenhang kam voll zur Geltung, als Trump in diesem Jahr vor der Knesset sprach und damit prahlte, dass „ohne Sheldon und Miriam Adelson wir die Botschaft niemals nach Jerusalem verlegt hätten“, und den Gesetzgeber*innen versicherte, dass Israels Zukunft von den „harten Juden“ abhängt, die die Adelsons repräsentierten. Es war ein Geständnis: Die US-Politik wird nicht von Gesetzen oder Prinzipien geprägt, sondern von Milliardären und ihren Forderungen.
Dasselbe Netzwerk ist auch in ganz Amerika am Wirken. In Argentinien griff Trump direkt ein, um Präsident Javier Milei zu unterstützen – und bot anschließend ein Rettungspaket an, dass nur dann geschickt würde, wenn Mileis Koalition wichtige Kommunalwahlen gewonnen hätte. In Honduras stellte er sich offen hinter den konservativen Kandidaten – und begnadigte Juan Orlando Hernández, den ehemaligen honduranischen Präsidenten und verurteilten Drogenhändler.
Soviel zum „Krieg gegen Drogen“. Dieselbe Heuchelei ist auch in Ecuador zu sehen, wo das Geschäftsimperium der Familie von Präsident Noboa – heute ein zentraler Verbündeter der USA – in Skandale verwickelt ist, die seine Geschäftstätigkeit mit dem Drogenhandel in Verbindung bringen, der über den Hafen von Guayaquil abgewickelt wird.
Dies sind keine isolierten Skandale. Sie sind der Beweis für eine einzige politische Realität: Die Reaktionäre Internationale existiert, um den Reichtum und die Privilegien einer winzigen globalen Elite zu verteidigen, und zwar mit allen Mitteln.
Und was auf dem Spiel steht, könnte nicht klarer sein. Der World Inequality Report 2026, der diese Woche veröffentlicht und vom Ratsmitglied der Progressiven Internationale Jayati Ghosh vorgestellt wurde, zeigt, dass die reichsten 0,001 Prozent heute das Dreifache des Vermögens der unteren Hälfte der gesamten Menschheit besitzen. Nur 56.000 Menschen verfügen über dreimal so viel Vermögen wie vier Milliarden Menschen.
Das meinte Trump, als er prahlte, dass der Tanker „aus einem sehr guten Grund beschlagnahmt wurde“. Sie kämpfen hart, um den obszönen Reichtum dieser Wenigen zu schützen.
Aber je gewalttätiger und dreister diese Internationale wird, desto mehr Widerstand erzeugt sie. Und dieser Widerstand braucht Koordination, Strategie und Solidarität.
In diesem Monat feiern wir fünf Jahre Progressive Internationale – fünf Jahre des Aufbaus eines Internationalismus, der mächtig genug ist, um der Reaktionären Internationale die Stirn zu bieten.
Fünf Jahre lang haben wir Staatsstreiche abgewehrt, Peter Thiels Krypto-Bros besiegt, den Amazonas-Regenwald gegen Bolsonaros Ökozidprojekt verteidigt und Amazon-Arbeiter*innen geholfen, sich gegen ihre Ausbeutung zu wehren.
Aus diesem Anlass haben wir diese wunderschöne Webseite eingerichtet und laden unsere Freund*innen, Genoss*innen und Unterstützer*innen ein, dieses Jubiläum mit uns zu feiern – und, falls möglich, einen monatlichen Beitrag zu leisten, um unsere Arbeit für die nächsten fünf Jahre aufrechtzuerhalten.
Gemeinsam kämpfen wir für Land, Brot und Frieden – um eine neue internationale Ordnung der Befreiung, Freiheit und Würde zu erschaffen.
Von der Geschichte der britischen Frauen, die die Lieferung von Hawker-Kampfflugzeugen nach Osttimor stoppten, bis hin zur Gründung der East India Company umfasst der Internationalismus-Kalender 2026 zwölf Kapitel über Kampf, Sieg und Niederlage. Bestelle noch heute den außergewöhnlichen Wandkalender 2026.
Die Haager Gruppe kommt am 15. Dezember 2025 in die Kapstadt. Von Südafrika bis Indonesien, von Malaysia bis Kolumbien versammeln sich Regierungen, um den Völkermord im Gazastreifen zu stoppen.
Zu den Redner*innen gehören: Naledi Pandor, ehemaliger Außenminister Südafrikas, Zane Dangor, Generaldirektor der Abteilung für internationale Beziehungen Südafrikas, Varsha Gandikota-Nellutla, Exekutivsekretärin der Haager Gruppe, Saleh Hijazi, Koordinator der BDS-Bewegung für eine Politik ohne Apartheid, Guillaume Long, ehemaliger Außenminister Ecuadors, und Clara López, ehemalige Arbeitsministerin Kolumbiens und ehemalige Bürgermeisterin von Bogotá. Erfahre mehr und reserviere deinen Platz hier.
Am Internationalen Tag der Freiwilligen, dem 8. Dezember und an jedem anderen Tag, ehren und feiern wir die außergewöhnlichen freiwilligen Übersetzer*innen, die die Arbeit der Progressiven Internationale unzähligen Gemeinschaften auf der ganzen Welt zugänglich machen. Unsere Übersetzer*innen stellen großzügig ihre Zeit und ihr Können zur Verfügung, um wichtige Berichterstattungen, Untersuchungen und politische Analysen zu übersetzen und sicherzustellen, dass unsere Botschaften in verschiedenen Sprachen präzise, einfühlsam und mit Integrität vermittelt werden. Ihr Engagement stärkt unsere kollektiven Bemühungen, erhöht unsere Reichweite und wahrt den internationalen und dekolonialen Charakter unserer Bewegung. Vielen Dank an alle Übersetzer*innen, die dieses Jahr einen Beitrag geleistet haben. Eure Arbeit wird gesehen, geschätzt und ist unverzichtbar. Wenn du bei unserem freiwilligen Übersetzungsteam mitmachen möchtest, fülle bitte diesen kurzen Fragebogen aus.
Die kuwaitische Progressive Bewegung (KPM) hat eine Analyse der Nationalen Sicherheitsstrategie der USA veröffentlicht und davor gewarnt, dass diese die eigene Sicherheit Kuwaits bedroht. An ihrer Stelle plädiert die KPM dafür, die Abhängigkeit von der von den USA geführten Weltordnung aufzugeben und einen unabhängigen, souveränen Weg zu verfolgen, der auf internem demokratischem Zusammenhalt, regionaler Politik der guten Nachbarschaft und arabischer Solidarität beruht. Sie befürwortet den Aufbau einer neuen Ausrichtung für die Wirtschaft und Sicherheit – durch regionale Zusammenarbeit, uneingeschränkte Mitwirkung mit Blöcken wie den BRICS und der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit und eine diversifizierte, produktive Volkswirtschaft –, um die Sicherheit und Autonomie Kuwaits zu gewährleisten.