Militarism

Philippinen: Die toten Seelen in den Zuckerfeldern – Aufstandsbekämpfung und das moralische Leben der Solidarität auf Negros

Dies ist eine Reflexion aus erster Hand über die menschlichen Opfer der Aufstandsbekämpfung auf den Philippinen. Darin wird argumentiert, dass eine solche historische Gewalt nicht allein durch technische Reformen behoben werden kann.
In Anlehnung an Nikolai Gogols „Die toten Seelen“ – in dem verstorbene Leibeigene zum bürokratischen Inventar werden – nutzt dieser Beitrag Augenzeugenberichte aus Negros, um darzulegen, wie die Aufstandsbekämpfung Landwirte, Aktivist*innen und Gemeinschaften mit der staatlichen Narrative, ihrer Einstufung als „Rote“ und der Militarisierung entmenschlicht. Die „Negros 19“-Massaker und weitere mehr offenbaren eine ungelöste Agrarfrage und eine moralische Verkommenheit, die den kolonialen Feudalismus überdauert hat. Angesichts der „kühlen Sprache“ des Staates in seinen Opfermeldungen und seiner reformistischen Beschränkungen macht die lebendige Erinnerung an die Toten – verkörpert durch Trauer, Solidarität und täglichen Widerstand – deutlich, dass Gerechtigkeit einen strukturellen Wandel erfordert und nicht nur Mitgefühl von oben.

In Nikolai Gogols „Die toten Seelen“ erscheint der Bauer doppelt tot. Zuerst im Leben als Eigentum, dann im Tod als Inventar, das in den bürokratischen Büchern des Reiches weiterlebt. Pavel Tschitschikow, Gogols umherziehender Betrüger, durchstreift das provinzielle Russland und kauft die Namen verstorbener Leibeigener auf, die noch immer in der Volkszählung erfasst sind, um mit deren Abwesenheit fiktiven Reichtum anzuhäufen. Die groteske Genialität des Romans liegt nicht nur in der Absurdität des Plans, sondern in Gogols Erkenntnis, dass die Leibeigenschaft jeden korrumpiert. Der Bauer leidet am schwersten, doch auch Grundbesitzer, Bürokraten, Kaufleute und die bürgerliche Gesellschaft selbst werden durch eine Gesellschaftsordnung spirituell entstellt, die Menschen zu bloßen Abstraktionen macht. Gogol war keineswegs ein revolutionärer Prophet. Doch die Geschichte sollte die alte Landadelordnung schließlich durch die Russische Revolution von 1917 hinwegfegen, als wäre der von ihm diagnostizierte moralische Verfall historisch untragbar geworden.

Ich habe Gogol mit nach Negros genommen.

Natürlich nicht im wahrsten Sinne des Wortes. Man nimmt keine russischen Romane mit auf Erkundungsmissionen in ein Gebiet, das von Militärkontrollpunkten, Trauer und der sengenden Hitze über den Zuckerrohrfeldern geprägt ist. Doch in Toboso kam mir „Die toten Seelen“ wieder in den Sinn, als wir uns die ersten Berichte über das „Negros 19“-Massaker anhörten. Ihre Namen waren bereits in die kühle Sprache des Diskurses der Staatssicherheit aufgenommen worden, noch bevor die Familien richtig um sie trauern konnten. „Zusammenstoß.“ „Bewaffnete Rebellen.“ „Beschlagnahmte Schusswaffen.“ Die Toten wurden fast augenblicklich zu administrativen Objekten, zu einer Erzählung, die im Voraus von der Aufstandsbekämpfung konstruiert worden war.

Doch die Landwirte und Anwohner*innen kannten die Toten ganz anders. Sie wussten, wer am schnellsten lachte, wer Mungobohnen säte, wer sich Sorgen um die Schulkosten machte, wer beim Gehen Lieder summte, wer beim Pflanzen leise sang und wer noch vor Tagesanbruch Wasser holte. Sie gedachten jener Menschen, die von der Untersuchungskommission als Zivilist*innen bestätigt worden waren – Alyssa Alano, Errol Wendel, Maureen Santuyo, RJ Ledesma, Kai Sorem und Lyle Prijoles –, nicht als Namen, die in der kühlen Sprache von Opferlisten schwebten, sondern als Leben, die einst im Alltag der Gemeinschaft verflechtet waren, auf Feldern, in unvollendeten Gesprächen und unterbrochenen Zukunftsplänen. Während der Staat in Kategorien denkt, erinnern sich die Menschen an einzelne Personen.

Die Sprache der Aufstandsbekämpfung

Das ist die besondere Brutalität der Aufstandsbekämpfung auf den Philippinen. Zunächst wird einem die politische Menschlichkeit genommen, bevor man des Lebens selbst beraubt wird. Kommunist*innen und Kriminelle, Organisator*innen und Süchtige, Aktivist*innen und Terrorist*innen werden alle in einer einzigen, frei verfügbaren Kategorie zusammengefasst. Entmenschlichung schafft die Voraussetzungen für das Töten und betäubt zugleich die öffentliche Vorstellungskraft, sodass die Empörung ausbleibt. Die Sprache selbst wird verfälscht. Die erschreckende Beiläufigkeit, mit der Begriffe wie „Corned Beef“ zur Bezeichnung verstümmelter Leichen verwendet werden, offenbart nicht nur Grausamkeit, sondern auch eine Gewöhnung an diese Grausamkeit. Eine Gesellschaft lernt, im Jargon der Aufstandsbekämpfung Witze zu machen.

Gogol hat das verstanden. Die tote Seele ist nicht nur der tote Bauer. Sie ist auch das lebendige Gewissen, das nach und nach seine Fähigkeit verliert, einen anderen Menschen wahrzunehmen.

Negros gilt seit langem als das dunkle Unterbewusstsein der philippinischen Gesellschaftsordnung. Die Insel des Zuckers und der Massaker: Escalante, Sagay, die Familie Fausto aus Himamaylan, Kabankalan, Guihulngan und Toboso. Sie tauchen nicht deshalb immer wieder auf, weil sich die Geschichte mechanisch wiederholt, sondern weil die Agrarfrage nach wie vor ungelöst ist. Neben dem konzentrierten Reichtum herrscht weiterhin Landlosigkeit. Neben der Exportlandwirtschaft herrscht weiterhin Hunger. Und wann immer Landwirte versuchen, sich zu einer historischen Kraft zu organisieren, die sich dieser Ordnung entgegenzustellen vermag, sehen sie sich nicht nur mit Großgrundbesitzern konfrontiert, sondern mit dem gesamten Apparat der Aufstandsbekämpfung.

Friedensabschluss

Die Tragödie verschärfte sich, nachdem die Regierung Duterte 2017 die Friedensgespräche mit der Nationalen Demokratischen Front der Philippinen einseitig abgebrochen hatte. Diese Friedensgespräche hatten schwierige, aber vielversprechende Perspektiven eröffnet. Niemand, der es mit dem sozialen Wandel ernst meint, romantisiert Verhandlungen. Sie sind widersprüchlich, frustrierend und schwierig. Dennoch boten die Friedensgespräche etwas, das im politischen Leben der Philippinen selten ist: die Erkenntnis, dass die Ursachen des bewaffneten Konflikts sozialer und historischer Natur waren und nicht nur kriminelle Akte.

Daraufhin wurde eine historische Möglichkeit zunichte gemacht und eine andere gewaltsam durchgesetzt. Die Verhandlungen wurden ersetzt durch die Nationale Task Force zur Beendigung des lokalen kommunistischen bewaffneten Konflikts, die Verstärkung des sogenannten „Ganze-Nation“-Ansatzes, die Durchführungsverordnung Nr. 32, eine verstärkte Militarisierung, die Operation Sauron sowie ein Klima, in dem bereits der rechtmäßige demokratische Widerspruch verdächtig erschien. Wieder einmal scheint die Aufstandsbekämpfung als die vom Staat bevorzugte Alternative zu Friedensgesprächen zu sein. Und die Opfer reichten weit: Landwirte, Gewerkschafter*innen, Aktivist*innen, Entwicklungshelfer*innen, Lehrkräfte, Anwält*innen, indigene Führerschaften, Revolutionär*innen, Familien. Auf dem Land war das sofort zu spüren.

Ich kann diese Geschichte unmöglich abstrakt betrachten.

Kerima Tariman kommt jedes Mal, wenn ich nach Negros zurückkehre, zu mir. Zuerst ertönt ihr Lachen, noch bevor die Erinnerung den Tod einholt. Auch sie wurde auf der Insel getötet, aufgrund derselben antikommunistischen Gewalt, die Negros nach wie vor mit erschreckender Regelmäßigkeit heimsucht. Dasselbe 79. Infanteriebataillon, das in die Ermordung der „Negros 19“ verwickelt war, war auch an der Ermordung einer Revolutionärin beteiligt, deren Freundschaft jene Herzlichkeit und Entschlossenheit beinhaltete, die nur jenen vorbehalten ist, für die Engagement nicht bloß Ideologie ist, sondern Kameradschaft, die unter Druck entstanden ist. Kurz darauf kam Ericson Acosta, dessen Leiche wir nach seiner Ermordung durch das Militär in Kabankalan geborgen hatten. Die Bergung der Leiche eines Freundes verändert etwas Grundlegendes in der eigenen Beziehung zur Geschichte. Politik ist nicht mehr nur eine Auseinandersetzung über Abstraktionen. Man trägt den Tod buchstäblich mit sich: durch Schlamm und Regen, Erschöpfung und Papierkram, Unterschriften und Warten und schließlich durch die unerträgliche Intimität der Identifizierung.

Doch die Toten verschwinden nicht. Vielleicht war es genau das, was die herrschenden Klassen im Laufe der Geschichte an den Kommunist*innen, Bauernbewegungen und nationalen Befreiungskämpfen so fürchteten. Die Toten bestimmen weiterhin das Leben der Lebenden. Die Erinnerung selbst wird zur Aufständischen.

Zulässige Grenzen der Uneinigkeit

Die herrschende Klasse ist sich dessen sehr wohl bewusst, weshalb der Antikommunismus nicht nur mit Waffengewalt durchgesetzt wird. Er zieht sich durch den Diskurs, die Institutionen, die Finanzierungsstrukturen und die respektable Sprache der „demokratischen Verwaltung“. Gewalt auf dem Land geht oft mit einem weiteren Phänomen einher: der Verengung des politischen Horizonts.

Die Welt der Nichtregierungsorganisationen erscheint hier oft als ein widersprüchliches Terrain. Viele ihrer Mitarbeitenden sind aufrichtig, erschöpft und stark engagiert; einige von ihnen sind liebe Freunde von mir. Doch Strukturen haben ihre eigene Schwerkraft. Was als Solidarität beginnt, kann nach und nach zur Verwaltung werden. Der politische Kampf wird projektorientiert und misst sich an Förderzyklen, politischen Ergebnissen, Konsultationen mit Interessengruppen und sorgfältig abgestimmten Formen des Widerstands. „Revolution“ ist ein zu unhöflicher Begriff. Befreiung weicht der Resilienz; struktureller Wandel weicht dem Kapazitätsaufbau; Imperialismus weicht den Führungsdefiziten.

Das alles macht die Reform jedoch nicht sinnlos. Reformen sind wichtig, weil das Leid unmittelbar stattfindet. Doch es gibt Momente auf Negros, in denen man die Grenzen des Mitgefühls der Verantwortlichen spürt. Man kann nicht mit Bauern zusammensitzen, die seit Generationen von der Landlosigkeit geprägt sind, Müttern zuhören, die von Massakern berichten, zusehen, wie Kinder die alltäglichen Regeln der Angst lernen, und dennoch glauben, dass sich die Geschichte allein durch technische Anpassungen lösen lässt. Die Landgebiete entziehen der Sprache jeden Trost. Sie stellen schwierigere Fragen. Es geht nicht darum, ob Reformen wichtig sind, sondern darum, ob Reformen zu einer Grenze werden, die die Gerechtigkeit selbst nicht übertreten darf.

Die Aufstandsbekämpfung durch die Armee zielt darauf ab, revolutionäre Bewegungen physisch auszuschalten. Die Aufstandsbekämpfung mit reformistischen Mitteln hat zum Ziel, den Horizont der Emanzipation selbst zu disziplinieren – indem sie der Gesellschaft beibringt, die Revolution mehr zu fürchten als die Umstände, die sie hervorbringen.

Die lebendige Verweigerung

Gogols Tschitschikow kam durch tote Bauern, die in den kaiserlichen Registern verzeichnet waren, zu Reichtum. Unsere heutige Gesellschaft handelt zwar nicht mehr mit toten Leibeigenen, doch gibt es Momente auf Negros, in denen man sich von einer anderen Art toter Seelen umgeben fühlt: Landwirte, die durch Landlosigkeit und Militarisierung sozial entbehrlich geworden sind; Aktivist*innen, die durch die Stigmatisierung als „Rote“ zu Zielscheiben gemacht wurden; einfache Bürger*innen, denen beigebracht wurde, Organisator*innen mehr zu fürchten als strukturelle Ungerechtigkeit; Intellektuelle, die von oben herab endlos von Demokratie sprechen, während sie zum Klassenkampf schweigen.

Doch Negros hat auch eine andere Seite, die der staatliche Diskurs nicht vollständig erfassen kann.

Während unseres Einsatzes, inmitten von Opferberichten und Trauer, wurden wir von den Menschen herzlich empfangen, und sie vertrauten uns ihre Geschichten an – ihre alltäglichen wie auch tragischen, die mühsamen Überlebensstrategien, die Art und Weise, wie sie Pflanzen dazu bringen, unter unwirtlichen Bedingungen zu gedeihen, und wie sie dafür sorgen, dass ihre Kinder in Sicherheit sind, lange bevor sie geimpft werden können. Wir hörten Berichte über Verlust und Durchhaltevermögen, über unterbrochene Ernten und unvollendete Gespräche, über Leben, die im Schatten der Militarisierung geführt wurden, sich dieser jedoch nie ganz unterworfen haben.

Der unermüdliche Kampf der Bauernfamilien auf den Philippinen dauert an, gerade weil sie keine leblosen Seelen sind. Sie pflanzen weiter, trauern, organisieren sich, lieben und gehen Risiken ein – trotz der Umstände, die darauf abzielen, die historische Hoffnung zu zerstören.

Deshalb bleibt die Bauernschaft gefährlich.

Nicht, weil Landwirte von Natur aus gewalttätig wären, wie die antikommunistische Fantasie behauptet, sondern weil ihre kollektive Existenz immer wieder die ungelösten Probleme der philippinischen Geschichte offenlegt. Die Agrarfrage bleibt wie eine Wunde, die die Nation nur durch Militarisierung zu heilen bereit ist. Jedes Massaker ist zugleich Offenbarung und Warnung: Offenbarung struktureller Gewalt, Warnung vor Widerstand.

Und dennoch hält der Widerstand an.

Wenn die Toten sich weigern zu verschwinden

Solidarität beginnt dort, wo die herrschende Ordnung es versäumt, den Wert des Menschen festzulegen. Sie ist die Weigerung, sich einer Machtordnung zu beugen, die entscheidet, wessen Leben zählt, wessen Tod etwas ausmacht, wessen Trauer es verdient, in Worte gefasst zu werden, und wessen Leid in Statistiken, Misstrauen oder Schweigen versinken muss. An Orten wie Toboso wird das Gedenken selbst zu einem Akt politischer Loyalität.

Dies zeigte sich deutlich im Leben und Tod von Roger Fabillar, den viele einfach als Jhong kannten – ein Mann Ende dreißig, an den man sich in erster Linie nicht wegen der Abstraktionen des Konflikts erinnert, sondern wegen der intimen Momente im Alltag. In Toboso war er als Spielkamerad aus Kindertagen beliebt, eine vertraute Gestalt im alltäglichen Leben des Viertels. Die Leute suchten seinen Rat, um Unterlagen für Landansprüche einzureichen und um zu erfahren, wie man den Missständen mit Zurückhaltung, Geduld und gemeinsamer Entschlossenheit begegnet. Er wandelte in jenem engen und anspruchsvollen Raum, in dem politisches Engagement und alltägliche Fürsorge untrennbar miteinander verschmelzen.

Als Ka Roger starb, begleiteten Hunderte von Einwohner*innen von Toboso unter der sengenden Sonne auf ihren Motorrädern seinen Tod, so wie sie ihm zu Lebzeiten vertraut hatten. Sie kamen trotz der Atmosphäre der Angst, trotz der Überwachung, trotz der Risiken, die in militarisierten Gemeinden oft mit öffentlicher Trauer einhergehen. Staub setzte sich auf ihrer Kleidung ab, die Hitze versengte ihre Haut, doch allein ihre Anwesenheit wurde zum Zeugnis. Ihm die letzte Ehre zu erweisen bedeutete, darauf zu bestehen, dass die Erinnerung denen gehört, die durchhalten, und nicht denen, die mit Gewalt herrschen.

Eine Mutter, die ihren Sohn verloren hatte, drückte es einmal so aus, ohne Theatralik und ohne Bitterkeit: Hier gibt es zwei Gesetze – das Gesetz der Armee und das Gesetz des Digbay (Digmang Bayan), oder des Volkskriegs. Für viele der Ärmsten, die sich abmühen und kämpfen, gehörte Ka Roger zu dieser moralischen Welt: nicht zum Terrorismus, dessen ihn der Staat bezichtigte, sondern zu einem Unterfangen der Unterdrückten auf dem Weg zur Befreiung, einer schwierigen und gefährlichen Arbeit, die von Würde geprägt ist. Die Führung in einem solchen Kampf ist kein Privileg, sondern eine Last – und doch eine ehrenvolle, die man sich durch Vertrauen, Opferbereitschaft und Standhaftigkeit verdient. Vielleicht war das der Grund, warum seine Beerdigung so viele Menschen anzog: Denn für die Anwesenden war die Trauer um Ka Roger untrennbar mit der Würdigung dessen verbunden, wofür er stand – einem Versprechen, so schwach es auch sein mochte, dass jenen, die die Geschichte meistens im Stich gelassen hat, doch noch Gerechtigkeit widerfahren könnte.

Vielleicht ist Gogol genau hier unzureichend. Seine Satire zeichnete ein brillantes Bild des Verfalls, doch er konnte sich die revolutionären Kräfte, die sich unter der alten Ordnung vereinten, nicht genau vorstellen. Auch auf philippinischen Landgebieten wirken heute Kräfte, die mächtiger sind als die Narrative, die ihr mit der Aufstandsbekämpfung aufgezwungen wurden. Hinter dem Diskurs um die nationale Sicherheit verbirgt sich ein einfacherer und beständigerer Konflikt: jene, die das Land bewirtschaften, und jene, die es monopolisieren; jene, die von Befreiung träumen, und jene, die Ordnung mit Frieden verwechseln.

Auf Negros bleiben die Toten den Lebenden nahe. Doch im Gegensatz zu Gogols toten Seelen, die in einem bürokratischen Schwebezustand gefangen sind, verlangen unsere Toten nach Bewegung. Sie begleiten Erkundungsmissionen, wecken uns mitten in der Nacht, kehren in Liedern und Geschichten zurück und verlangen von den Lebenden kein Mitleid, sondern historischen Mut. Etwas Gespenstisches bewegt sich noch immer durchs Land – nicht nur Angst, nicht nur Trauer, sondern die unvollendete Geschichte selbst, die beharrlich durch jedes Massaker, jede Ernte, jeden Kampf, der sich zu verschwinden weigert, zurückkehrt.

Die Frage ist, ob die philippinische Gesellschaft noch über genügend moralische Kraft verfügt, um ihnen Gehör zu verschaffen.

Available in
EnglishSpanishPortuguese (Brazil)GermanFrenchItalian (Standard)ArabicHindiRussian
Author
Sarah Raymundo
Translators
Nathalie Guizilin and ProZ Pro Bono
Date
09.06.2026
Source
BulatlatOriginal article🔗
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