US-Präsident Donald Trump und Außenminister Marco Rubio streben bis Ende 2026 einen Regimewechsel in Kuba an. Ihre Taten entlarven die Heuchelei der jahrzehntelangen US-Politik gegenüber Kuba – sie geben vor, sich für Menschenrechte einzusetzen, verhängen aber gleichzeitig eine Blockade, die den Kubaner*innen den Zugang zu lebenswichtigen Ressourcen verwehrt.
Trump unterstützt offen die Rückkehr der alten Elite Kubas und hat sogar eine „freundliche Übernahme" Kubas durch die Vereinigten Staaten angedeutet. Nachdem das US-Establishment jahrelang die wirtschaftlichen Probleme der Insel auf Sozialismus, Inkompetenz und Misswirtschaft geschoben hatte, prahlt Trump heute offen damit, dass das US-Embargo bedeute: „Es gibt kein Öl, es gibt kein Geld, es gibt gar nichts“. Wäre Kuba wirklich ein gescheiterter Staat, wie Trump und sein Vorgänger Joe Biden behaupten, wäre der Wirtschaftskrieg der Vereinigten Staaten unnötig. Diese erneute Aggression offenbart eine im Niedergang begriffene Großmacht, die ihre Hegemonie verliert, von Widersprüchen und internen Krisen zerrissen ist und verzweifelt versucht, alle Herausforderungen und Alternativen zu zerschlagen, um ihre Vorherrschaft zu bewahren.
Am 29. Januar 2026 unterzeichnete Trump eine Executive Order, in der er behauptete, Kuba stelle „eine ungewöhnliche und außerordentliche Bedrohung“ für die nationale Sicherheit und Außenpolitik der USA dar, und in der er Zölle auf Waren aus Ländern genehmigte, die Öl an Kuba verkaufen oder liefern. Dies folgte auf die Beschlagnahmung von Tankern mit venezolanischem Öl im Dezember 2025 und auf die gewaltsame Entführung des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro und seiner Frau Cilia Flores am 3. Januar dieses Jahres.
Als Reaktion auf Washingtons Drohung stellten Mexiko und andere Länder ihre Öllieferungen nach Kuba ein. Trumps Executive Order stützte sich auf mehrere Gesetze, darunter den International Emergency Economic Powers Act, über den der Oberste Gerichtshof der USA am 20. Februar entschied, dass er nicht zur Verhängung von Zöllen herangezogen werden darf. Doch das ändert wenig: Trump kann andere Gesetze nutzen, um die Maßnahmen zu rechtfertigen. Jedenfalls wurden keine Zölle erhoben, doch allein die Drohung hat die Öllieferungen nach Kuba effektiv gestoppt.
Trumps Verordnung hatte unmittelbare Auswirkungen auf die Insel, die zur Deckung der Hälfte ihres Strombedarfs auf importierten Brennstoff angewiesen ist. Schon nach zwei Wochen warnte das Menschenrechtsbüro der Vereinten Nationen, dass grundlegende Versorgungsleistungen gefährdet seien:
Intensivstationen und Notaufnahmen sind beeinträchtigt, ebenso wie die Herstellung, Lieferung und Lagerung von Impfstoffen, Blutprodukten und anderen temperaturempfindlichen Medikamenten. In Kuba sind mehr als 80 Prozent der Wasserpumpanlagen auf Strom angewiesen, und Stromausfälle erschweren den Zugang zu sauberem Wasser, sanitären Einrichtungen und Hygiene.
Die Treibstoffknappheit hat das Rationierungssystem und den regulierten Grundnahrungsmittelkorb ausgesetzt und behindert die sozialen Sicherheitsnetze – Schulverpflegung, Entbindungsheime und Pflegeheime –, wobei die am stärksten gefährdeten Gruppen unverhältnismäßig stark betroffen sind.
Bereits jetzt haben kubanische Krankenhäuser weniger dringende Behandlungen abgesagt, während den Krankenwagen der Treibstoff fehlt. Auch viele Schulen, Hochschulen und Universitäten mussten schließen. Der öffentliche und private Verkehr sowie der Gütertransport sind drastisch eingeschränkt. Arbeitsstätten, ob staatlich, privat oder genossenschaftlich, haben ihre Tätigkeit drastisch reduziert. Die Treibstoffknappheit hat die Lebensmittelproduktion, die Kühlung und den Transport lahmgelegt, was zu Engpässen, Preisanstiegen und langen Warteschlangen für Grundnahrungsmittel geführt hat. Die Müllabfuhr ist zusammengebrochen, was die hygienischen Risiken erhöht. Anhaltende Stromausfälle machen das tägliche Leben extrem schwierig. Einige internationale Fluggesellschaften haben ihre Flüge gestrichen, da es in Kuba an Flugbenzin mangelt, und mehrere Regierungen haben von allen nicht unbedingt notwendigen Reisen abgeraten, was Kubas Tourismuseinnahmen weiter schmälert.
Mark Weisbrot, Mitautor einer aktuellen Studie in Lancet Global Health, in der berechnet wurde, dass einseitige Sanktionen weltweit jährlich über eine halbe Million Todesfälle verursachen, schrieb über Trumps Ölblockade: „Gerade jetzt können wir in Echtzeit sehen, wie solche Todesfälle geschehen … Der Zusammenbruch der Ölimporte hat unmittelbare und lebensbedrohliche Auswirkungen.“
Im Februar erklärte Trump gegenüber Reporter*innen, Rubio sei an Gesprächen mit hochrangigen kubanischen Beamten beteiligt. Kubanische Führungskräfte bestritten dies, und ein Berichtvon Drop Site News deutete an, dass Rubio gelogen habe, um anschließend behaupten zu können, die Gespräche seien aufgrund der Unnachgiebigkeit auf kubanischer Seite gescheitert, und dann auf einen Regimewechsel drängen zu können. Rubio wird sich nicht mit dem sogenannten Venezuela-Modell zufriedengeben, bei dem lediglich Kubas Präsident abgesetzt wird.
Am 13. März gab der kubanische Präsident Miguel Díaz-Canel bekannt, dass er gemeinsam mit Raúl Castro Gespräche mit Vertretern der US-Regierung führe, die „darauf abzielen, durch Dialog Lösungen zu finden“. Er bekräftigte dabei die historische Position der Revolutionsregierung: Kuba werde sich nur „auf der Grundlage der Gleichberechtigung und der Achtung der politischen Systeme beider Staaten sowie der Souveränität und Selbstbestimmung unserer Regierung“ beteiligen. Dies folgte auf eine Ankündigung vom Vortag, dass 51 Gefangene unter Vermittlung des Vatikans freigelassen würden.
Jüngste Maßnahmen verschärfen die Not, die aus fast sieben Jahrzehnten Wirtschaftskrieg resultiert. Das US-„Embargo“ gegen Kuba ist das längste und umfassendste Paket einseitiger Sanktionen in der modernen Geschichte. Dies ist nicht bloß eine rechtliche oder bilaterale Angelegenheit zwischen den beiden Ländern, sondern eine Blockade, die Kubas Interaktionen mit dem Rest der Welt behindert, Menschenrechte verletzt und die Entwicklung hemmt.
Die meisten Kubaner*innen auf der Insel haben ihr ganzes Leben lang unter Versorgungsengpässen gelitten, wegen Entscheidungen, die in Washington getroffen wurden, um Stimmen in Miami zu gewinnen. Im Jahr 2025 bezifferte Kubas Jahresbericht an die Vereinten Nationen die kumulierten Kosten der US-Blockade auf über US$ 170 Milliarden. Die Kosten steigen Jahr für Jahr und beliefen sich allein von März 2024 bis Februar 2025 auf US$ 7,6 Milliarden.
Das Ziel der US-Politik wurde bereits vor langer Zeit in einem Memorandum des US-Diplomaten Lester Mallory aus dem Jahr 1960 mit dem Titel „The Decline and Fall of Castro“ dargelegt, in dem vorgeschlagen wurde, einen Wirtschaftskrieg anzuzetteln, „um Hunger, Verzweiflung und den Sturz der Regierung herbeizuführen“. Sanktionen sind Teil dieses Instrumentariums.
Während seiner ersten Amtszeit verfolgte Trump eine Politik des „maximalen Drucks“ gegen Kuba und führte mehr als 240 neue Sanktionen und Zwangsmaßnahmen ein, um das Land vom Welthandel und dem internationalen Finanzsystem abzuschotten. Dies fiel mit der COVID-19-Pandemie zusammen und traf Kuba hart: Es kam erneut zu Stromausfällen, Waren und Medikamente wurden knapp, Inflation und Auswanderung stiegen sprunghaft an, ausländische Investoren flohen und die Währungsreserven schrumpften. Das Leben war für die Kubaner*innen bereits extrem hart, bevor Trump 2025 ins Amt zurückkehrte, mit Rubio – dessen Karriere auf einer kompromisslosen Opposition gegen den kubanischen Sozialismus basiert – als neuem Außenminister.
„Kuba steht am Rande des Zusammenbruchs“, verkünden die Mainstream-Medien unisono. Doch jahrzehntelange Forschung und gelebte Erfahrung in Kuba mahnen zur Skepsis gegenüber solchen Schlagzeilen. Der Untergang des kubanischen Sozialismus wurde öfter prophezeit als es Attentate auf Fidel Castro gab. In einem Buch schrieb ich darüber, wie das revolutionäre Kuba den Zusammenbruch des von der Sowjetunion angeführten Blocks überlebte und dass diese Revolution das Regelwerk der Resilienz verfasst hat.
Über die Durchsetzung der nationalen Souveränität hinaus, so argumentierte ich im Buch, war die Schaffung eines alternativen Entwicklungsmodells der Schlüssel dazu. Ein Kapitel befasste sich mit der Energierevolution von 2006, die Kubas Umstellung auf einen Mix aus erneuerbaren Energien einleitete. Angesichts der heutigen Angriffe auf die Ölversorgung erweist sich diese Umstellung als lebenswichtig.
Bereits 2024 kündigte die kubanische Regierung Pläne an, bis 2028 mit Krediten und Technologie aus China 92 Solarparkanlagen zu errichten. Diese werden eine Erzeugungskapazität von zwei Gigawatt pro Tag haben. Die Hälfte der geplanten Anlagen ist bereits installiert und liefert täglich rund eine Gigawattstunde, was etwa 20 Prozent des kubanischen Strombedarfs deckt. Weitere 30 Prozent stammen aus im Inland produzierten fossilen Brennstoffen.
Es bestehen jedoch weiterhin erhebliche Hindernisse: Investitionen und Bauvorhaben werden durch Trumps Ölblockade behindert; die Photovoltaikanlagen müssen an das nationale Stromnetz angeschlossen werden; es mangelt an Speicherkapazitäten für die erzeugte Energie, sodass diese nur bei Tag zur Verfügung steht; und obwohl in den letzten Jahren Elektrofahrzeuge nach Kuba gelangt sind, ist der Großteil des Fahrzeugbestands nach wie vor auf fossile Brennstoffe angewiesen. Wenn die Ölblockade von Trump und Rubio ungebrochen bleibt, wie lange können der kubanische Sozialismus und letztlich das kubanische Volk überleben?
Dies ist keine mathematische Berechnung oder ein intellektuelles Gedankenspiel; es ist eine humanitäre Krise, die uns alle betreffen sollte. Aber was würden wir verlieren, wenn Trump das erreichte, was zwölf seiner Vorgänger nicht geschafft haben – die Zerstörung des kubanischen Sozialismus?
Ungeachtet all seiner Mängel hat Kuba gezeigt, dass ein unterworfenes Volk nach Jahrhunderten des Kolonialismus und der imperialistischen Herrschaft die Kontrolle über sein Land und seine Ressourcen übernehmen und seinen eigenen Weg in Bezug auf Entwicklung, internationale Beziehungen und Werte gehen kann. Das historische Bekenntnis der kubanischen Revolutionäre zur Souveränität und sozialen Gerechtigkeit verbindet die Unabhängigkeitskriege des 19. Jahrhunderts mit der Revolution von 1959, der Einführung des Sozialismus und dem Kampf gegen Imperialismus und Unterentwicklung. Es untermauert auch Kubas Symbolcharakter für den Globalen Süden.
Linke, die das kubanische System kritisieren, irren sich, wenn sie die bemerkenswerten Errungenschaften der Revolution für die kubanische Bevölkerung – in den Bereichen Bildung, Gesundheitsversorgung, Wohnungswesen, Sport, Kultur, partizipative Demokratie, Wissenschaft sowie wirtschaftliche und soziale Gerechtigkeit – abtun, während gleichzeitig mutige Schritte im Kampf gegen Rassismus, Sexismus und Klassenunterdrückung unternommen wurden.
Das ist es, was die Menschen im Globalen Süden inspiriert, wo etwa 85 Prozent der Weltbevölkerung leben. Kuba ist eine kleine Insel, die sich einem Imperium widersetzte und ihre eigene Version des Sozialismus in die westliche Hemisphäre brachte – geschmiedet durch ihren eigenen revolutionären Prozess, nicht von außen aufgezwungen. Aus einer zusammengewürfelten Rebellenarmee hervorgegangen, demütigten die kubanischen Revolutionär*innen die Streitkräfte der Vereinigten Staaten in 1961 in der Schweinebucht.
Kuba ist dem US-Imperialismus seit jeher ein Dorn im Auge: Es unterstützt nationale Befreiungs- und Guerillabewegungen im Globalen Süden und spielt in geopolitischer Hinsicht weit über seiner Gewichtsklasse mit. Dies war das kleine Land, das 400.000 Soldaten nach Angola entsandte, um es gegen die Invasionsstreitkräfte des Apartheid-Südafrikas zu verteidigen. Es hat die US-Hegemonie in Amerika und den Imperialismus weltweit konsequent bekämpft und Militär- und medizinisches Personal in jene „dunklen Ecken der Welt“ entsandt, von denen Präsident George W. Bush einst sprach.
Im Gegenzug hat Kuba die unerbittlichen Angriffe der weltweit dominierenden Macht, sei es durch offene und verdeckte Militäraktionen, Sabotage und Terrorismus durch US-Behörden und verbündete Exilanten, Wirtschaftskrieg oder internationale Isolation, überstanden. Sie hat Kuba untergraben, indem sie gefährliche Auswanderungen förderte, darunter die von unbegleiteten Minderjährigen (Operation Peter Pan, 1960–62), aber auch von kubanischen Ärztinnen und Ärzten (das Cuban Medical Professional Parole Program, 2006–17), während sie Geldüberweisungen, Familienbesuche und Einreisevisa behinderte. Hinzu kommen großzügige Finanzmittel für Programme zum Regimewechsel.
Nicht zuletzt in diesem Zusammenhang hat die kubanische Revolution viel erreicht. Sie hat dem Globalen Süden die Vorteile einer auf Gemeinwohl ausgerichteten Entwicklung im Rahmen einer sozialistischen Planwirtschaft mit partizipativer Demokratie aufgezeigt. Der revolutionäre Staat verbesserte die Entwicklungsindikatoren innerhalb einer Generation auf das Niveau der reichen Länder.
Sein kostenloses, universelles öffentliches Gesundheitssystem erreichte die weltweit höchste Ärztedichte pro Kopf. Es senkte die Säuglingssterblichkeit drastisch, erhöhte die Lebenserwartung und beseitigte Krankheiten. Sein universelles öffentliches Bildungssystem ist für alle kostenlos, auch auf höchstem Niveau, und machte die Kubaner*innen zu einem der gebildetsten und kultiviertesten Völker der Welt. Es investierte in Kunst, Kultur und Sport und erkannte diese als Menschenrechte an, sowie in Wissenschaft und Technologie für die soziale Entwicklung.
Es schuf einen einzigartigen staatlich finanzierten und staatseigenen Biotechnologiesektor, der den weltweit ersten Impfstoff gegen Meningitis B, den ersten therapeutischen Impfstoff gegen Lungenkrebs, eine Behandlung für diabetische Fußgeschwüre, die die Notwendigkeit von Amputationen um über 70 Prozent reduziert, sowie die einzigen in Lateinamerika und der Karibik entwickelten COVID-19-Impfstoffe hervorbrachte. Selbst heute testet es vielversprechende neue Medikamente gegen Alzheimer. Kuba ist weltweit führend in den Bereichen nachhaltige Entwicklung und Agrarökologie und verfügt über einen einzigartigen langfristigen staatlichen Plan zur Bekämpfung des Klimawandels, bekannt als „Tarea Vida“.
Eine Studie von Jason Hickel und Dylan Sullivan aus dem Jahr 2022 ergab, dass die neoliberale Politik zwischen 1990 und 2019 weltweit 15,63 Millionen zusätzliche Todesfälle durch Unterernährung verursachte, die mit einer Politik nach kubanischem Vorbild hätten verhindert werden können, darunter 35.000 allein in den Vereinigten Staaten. In einer Welt, in der 1,1 Milliarden Menschen in akuter multidimensionaler Armut leben, zwei Milliarden Menschen keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser haben und 3,5 Milliarden Menschen keine sanitären Einrichtungen nutzen können, bietet der kubanische Sozialismus eine tragfähige Alternative.
Diese Vorbildkraft ist das einzige Argument, dass Kuba eine „ungewöhnliche und außerordentliche Bedrohung“ für die Vereinigten Staaten darstellt. Wie Fidel Castro vor der Invasion in der Schweinebucht warnte, würde man Kuba niemals verzeihen, „eine sozialistische Revolution direkt vor der Nase der Vereinigten Staaten“ durchzuführen!
Das revolutionäre Kuba hat zudem das weltweit größte internationale humanitäre Hilfsprogramm auf die Beine gestellt, das von medizinischem Fachpersonal über technische Spezialist*innen bis hin zu Bauarbeiter*innen reicht. Der guatemaltekische Forscher Henry Morales berechnete, dass Kubas Entwicklungshilfe im Ausland zwischen 1999 und 2015 6,6 Prozent BIP des Landes ausmachte, verglichen mit dem europäischen Durchschnitt von 0,39 Prozent und 0,17 Prozent seitens der Vereinigten Staaten. Seit 1960 haben über 600.000 kubanische Mediziner*innen in mehr als 180 Ländern gewirkt und Millionen von Menschenleben gerettet und verbessert, insbesondere in unterversorgten Bevölkerungsgruppen der ärmsten Länder.
Die US-Regierung sabotiert den kubanischen medizinischen Internationalismus aktiv durch Lügen, Manipulationen und Drohungen gegenüber den Empfängerländern. Auf Druck von Trump haben einige Regierungen kubanische Mediziner*innen nach Hause geschickt und damit ihren eigenen Bürger*innen, die nun ohne medizinische Versorgung dastehen, direkt geschadet. Ein Regimewechsel würde nicht nur Kuba verwüsten, sondern auch Millionen von Menschen weltweit beeinträchtigen, die auf kubanische Hilfe angewiesen sind.
Diese Trump-Regierung hat eine völlige Verachtung für das Völkerrecht an den Tag gelegt. Sie hat außergerichtliche Tötungen in der Karibik und im Pazifik durchgeführt, Öltanker entführt, Besatzungen gekidnappt und das Öl beschlagnahmt. Sie hat den Präsidenten Venezuelas und seine Frau entführt und mit einer Invasion gedroht, sogar gegenüber den eigenen NATO-Verbündeten, während sie die Monroe-Doktrin wiederbelebt und ausweitet und Menschenrechte sowie das nationale Selbstbestimmungsrecht verletzt.
In diesem Zusammenhang kommen Forderungen an Kuba, einen „Deal“ mit Trump zu schließen, einer versteckten Drohung gegen seine Souveränität gleich. Anstatt der belagerten Insel Ratschläge zu erteilen, sollten Intellektuelle und Analyst*innen Forderungen an die US-Regierung stellen und sie für ihre Verbrechen zur Rechenschaft ziehen. Wissenschaftler*innen sollten nicht die Vorstellung legitimieren, dass Trump das Recht habe, einen Regimewechsel herbeizuführen, wie es die neue akademische Initiative der Florida International University tut, die darauf abzielt, „Kuba in Richtung Freiheit und Demokratie zu lenken und den Übergang zu unterstützen“.
Eine aktuelle Online-Petition mit dem Titel „Scholars in Solidarity with Cuba“ verurteilt die Politik der Erstickung durch die US-Regierung und verteidigt Kubas Recht auf Selbstbestimmung und sozialistische Entwicklung. Wir fordern Wissenschaftler*innen und Studierende weltweit auf, sie zu unterzeichnen. Über Petitionen hinaus brauchen wir konkrete Maßnahmen zur Verteidigung Kubas. Internationale Gremien wie die UNO, die BRICS, die EU und die Gruppe der 77 und China müssen sich Trumps Schikanen widersetzen, indem sie Treibstoff und andere lebenswichtige Güter nach Kuba schicken. Aber wir können nicht auf sie warten.
Wir können jetzt Geld und Ressourcen spenden. „Let Cuba Live!“ kauft Solarpanele, die „Saving Lives Campaign“ und „Global Health Partners“ beschaffen medizinische Ausrüstung und das „Hatuey Project“ stellt Krebsmedikamente für kubanische Kinder bereit. Wir können den von der Progressiven Internationale angeführten Konvoi nach Kuba „Nuestra América“, der Menschen aus aller Welt dazu aufruft, auf dem Land-, Luft- und Seeweg nach Havanna zu reisen, um am 21. März an einer Massenkundgebung teilzunehmen, unterstützen oder uns ihm anschließen. Was auch immer wir tun, wir müssen jetzt handeln. Kuba hat der Welt beispiellose Solidarität entgegengebracht. Jetzt muss die Welt zu Kuba stehen.
Helen Yaffe ist Professorin für lateinamerikanische politische Ökonomie an der Universität Glasgow. Sie ist Autorin von „We Are Cuba! How a Revolutionary People Have Survived in a Post-Soviet World“ und „Che Guevara: The Economics of Revolution“. Sie ist Co-Moderatorin des Podcasts „Cuba Analysis“.
