Militarism

Donald Trump startet Bergbauoffensive in der DR Kongo

Die Trump-Regierung orchestriert erneut eine Rohstoffoffensive in der Demokratischen Republik Kongo auf Kosten der lokalen Bevölkerung und der demokratischen Rechenschaftspflicht.
Anfang 2026 hat die Trump-Regierung ihren weltweiten Militarismus verschärft und gleichzeitig eine weniger auffällige, aber aggressive Offensive zur Sicherung von Ressourcen in der Demokratischen Republik Kongo (DR Kongo) vorangetrieben. Aufbauend auf den Bemühungen der Biden-Ära haben die USA eine „strategische Partnerschaft“ geschlossen, die ihnen besonderen Zugang zu den riesigen Kupfer-, Kobalt- und Lithiumvorkommen der DR Kongo gewährt – Metalle, die für Hightech-Anwendungen unverzichtbar sind.

Die Entmachtung der venezolanischen Regierung. Säbelrasseln zur Annexion Grönlands. Der gewollte Krieg der USA und Israels gegen den Iran. In den ersten Monaten des Jahres 2026 hat sich Donald Trumps kriegerischer Militarismus dramatisch verschärft. Und auch wenn diese drei Krisen in vielerlei Hinsicht ganz unterschiedlich sind, so haben sie doch eines gemeinsam: das Bestreben des US-Präsidenten, die Kontrolle über strategisch wichtige Rohstoffströme zu erlangen – seien es Chinas Erdöl- und Erdgaspartner in Caracas und Teheran oder die fernere Aussicht auf die Bodenschätze der Arktis.

An anderer Stelle verläuft die Rohstoffoffensive der USA weitaus weniger pompös. Dazu gehören die relativ unauffälligen Bemühungen, einen US-amerikanischen Einflussbereich in einem Land zu etablieren, das einst für die Pläne der USA eher nebensächlich schien: die Demokratische Republik Kongo (DR Kongo). Die DR Kongo, ein weitläufiges Land im Herzen Äquatorialafrikas, verfügt über beträchtliche Rohstoffvorkommen, darunter Kupfer, Kobalt und Lithium. Metalle wie diese sind für Hightech-Anwendungen wie Mikrochips, Batterien für Elektrofahrzeuge und hochmoderne Waffensysteme von entscheidender Bedeutung.

Die Annäherung der USA an die DR Kongo, die bereits unter der Regierung von Joe Biden begonnen hatte, gewann mit Trumps Rückkehr ins Weiße Haus an Fahrt, als die Behörden in der Hauptstadt Kinshasa angeblich an den designierten US-Präsidenten herantraten, um dessen Unterstützung in ihrem langwierigen Kampf gegen abtrünnige Milizen in den östlichen Regionen Kivu und Katanga zu erbitten. Den krönenden Abschluss bildete im vergangenen Dezember die Unterzeichnung einer „strategischen Partnerschaft“ zwischen den USA und der DR Kongo im Weißen Haus.

Dieses Abkommen, das den USA besonderen Zugang zu den Bodenschätzen der DR Kongo gewährt, knüpfte an das viel gepriesene „Friedensabkommen“ vom vergangenen Sommer zwischen der DR Kongo und Ruanda an – einem Land, das die Paramilitärs der „Bewegung des 23. März“ (M23) in ihrem verheerenden Bürgerkrieg gegen Kinshasa unterstützt. Obwohl das Weiße Haus behauptet, in der DR Kongo eine neue Ära des Friedens eingeleitet zu haben, dauern die Kämpfe bis heute an. Am 2. März 2026 verhängten die USA Sanktionen gegen das ruandische Militär wegen dessen anhaltender Unterstützung von Milizen, die gegen Kinshasa kämpfen.

Manchen Beobachter*innen zufolge baut Trumps Annäherung an Kinshasa auf dem „Mineralien-gegen-Schutz“-Ansatz auf, der erstmals im Frühjahr 2025 im Rahmen des Mineralienabkommens mit der Ukraine erarbeitet wurde. Derzeit beschränkt sich das direkte Engagement der US-Regierung in der DR Kongo weitgehend auf die Unterstützung von Präsident Félix Tshisekedi – den Trump beim National Prayer Breakfast am 5. Februar in Washington als „mutigen Mann“ lobte – sowie auf diplomatische Bemühungen zugunsten US-amerikanischer Investoren. Dennoch drängen US-amerikanische Rüstungsunternehmen wie der ehemalige Blackwater-Chef (jetzt Constellis) Erik Prince offen auf engere Beziehungen in Sachen Sicherheit. Berichten zufolge waren Leute von Vectus Global, einem neuen Sicherheitsunternehmen im Besitz von Prince, gemeinsam mit Truppen der Zentralregierung an den Kämpfen um Uvira Anfang Januar beteiligt, einer Stadt im Osten der DR Kongo am Tanganjikasee.

Aus Sicht der kongolesischen Zivilgesellschaft bestehen kaum Zweifel daran, dass es bei den Bemühungen der USA um nichts anderes als um wirtschaftliche Interessen geht. Ohne eine stärkere demokratische Kontrolle über die Bodenschätze des Landes besteht die Befürchtung, dass der Bevölkerung der DR Kongo erneut nur ein minimaler Anteil an den Gewinnen zufließen könnte, während Kapital aus den USA einen Investitionsrausch auslöst, der vor allem darauf abzielt, die Räder einer korrupten Regierungsführung zu schmieren – und die Kassen ausländischer Konzerne zu füllen. „Die Korruptionsbekämpfung wurde von der US-amerikanischen Regierung völlig außer Acht gelassen“, sagt Jean-Claude Mputu, ein Sprecher des Kollektivs „Congo n’est pas à vendre“ (CNPAV, „Der Kongo ist nicht zu verkaufen“). „Die kongolesische Bevölkerung sitzt auf einem riesigen Mineralvorkommen, profitiert jedoch nicht davon, da das Geld von lokalen Eliten abgezweigt wird und weil die ausländischen Konzerne, die unseren Boden vergiften, unsere politischen Führer bestechen, um einer strafrechtlichen Verfolgung zu entgehen.“

Kampf um Einfluss

Der Versuch der Trump-Regierung, in der DR Kongo Fuß zu fassen, verläuft keineswegs reibungslos. Das Land steht bereits unter dem Einfluss von Konkurrenten der USA wie China, dessen Unternehmen derzeit schätzungsweise rund 80 Prozent der Bodenschätze der DR Kongo kontrollieren, darunter viele der wertvollsten und sichersten Vorkommen. Tshisekedi hat zwar den Weg für einen Anstieg der US-Investitionen geebnet, scheint aber ebenso darauf bedacht zu sein, konkurrierende ausländische Interessen gegeneinander auszuspielen. Insider der US-Industrie hoffen, dass Washingtons Angebot einer proaktiveren Partnerschaft – im Gegensatz zu Pekings eher zurückhaltendem Ansatz – für gleiche Wettbewerbsbedingungen sorgen kann. Es gibt jedoch kaum Anzeichen dafür, dass China beunruhigt wirkt. Am 26. März 2026 stärkten die DR Republik Kongo und China sogar ihre Beziehungen durch ein neues Abkommen über die Zusammenarbeit im Mineralienbereich, das Bestimmungen für eine weitreichendere lokale Verarbeitung von Metallen enthält.

An der Spitze der US-Gegenoffensive steht eine neue Riege von Investmentfonds, Bergbaukonsortien und „Explorations“-Start-ups aus dem Bergbausektor, die alle im Wesentlichen von der diplomatischen Unterstützung der USA und öffentlichen Mitteln gestützt werden. Seit Trumps Rückkehr ins Weiße Haus legen sie gemeinsam den Grundstein für einen wiedererstarkten Einfluss der USA in der DR Kongo.

Ein Akteur, der im Rahmen der US-amerikanischen Rohstoffoffensive in den Vordergrund rückt, ist ein relativ unbekanntes Unternehmen namens Orion Resource Partners, das weltweite Bergbauinvestitionen im Wert von rund US$ 8,6 Milliarden verwaltet. Das Unternehmen strebt nun den Einstieg in den kongolesischen Markt an, nachdem es sich bereits in Ländern wie Guinea und Namibia etabliert hat, wo es Bauxit, Eisen und Lithium abbaut. Mit finanzieller Unterstützung der US-Regierung gründete Orion im vergangenen Oktober das Orion Critical Minerals Consortium (Orion CMC), ein gemeinsames Investitionsvehikel, das Kapital in Höhe von US$ 4 Milliarden aufbrachte.

Im Februar gab Orion CMC eine Partnerschaft mit dem anglo-schweizerischen Bergbaugiganten Glencore bekannt, der im Rahmen eines Geschäfts im Wert von US$ 9 Milliarden einen Anteil von 40 Prozent an seinen Aktivitäten in der DR Kongo an das US-geführte Konsortium abtrat. Durch diese Partnerschaft erhalten Orion CMC und seine Investoren, darunter die US-Regierung, die Kontrolle über einen Teil der Fördermengen aus den kongolesischen Kupfer- und Kobaltminen von Glencore. Im März stellte Orion CMC ebenfalls Finanzmittel für die Übernahme von Chemaf durch das US-amerikanische Unternehmen Virtus Minerals bereit; Chemaf ist ein in Dubai ansässiges Bergbauunternehmen, das seit Anfang der 2000er Jahre in der DR Kongo tätig ist.

Sowohl unter demokratischen als auch unter republikanischen Regierungen war die US-Regierung stets eng in diese Manöver verwickelt. Im Jahr 2024 übte die Biden-Regierung Druck auf die kongolesische Regierung aus, den Verkauf von Chemaf an das chinesische Unternehmen Norinco zu verhindern. Die Trump-Regierung wiederum hat in Kinshasa darauf gedrängt, Führungskräfte des staatlichen Bergbaukonzerns Gécamines zu entlassen, die sich gegen die Übergabe von Chemaf an US-Investoren ausgesprochen hatten.

Ein weiterer wichtiger Indikator für die Unterstützung ist die finanzielle Absicherung durch die US-amerikanische International Development Finance Corporation (DFC), die die privaten Unternehmen, welche die US-Offensive anführen, stützt. Die DFC wurde 2019 während Trumps erster Amtszeit gegründet und hat den Auftrag, die Durchsetzung der wirtschaftlichen Interessen der USA im Ausland zu fördern, indem sie Startkapital für Investitionen in externe Rohstoffversorgungsketten bereitstellt. Im Dezember 2024 stellte die DFC unter der Regierung Biden über US$ 500 Millionen zur Verfügung, um den Bau der Lobito-Korridor-Eisenbahn zu unterstützen, die den Transport von Mineralien aus dem Binnenstaat Sambia und dem Südosten der DR Kongo zur Atlantikküste Angolas erleichtern soll. Die Investition der DFC in Höhe von US$ 600 Millionen in Orion CMC im vergangenen Herbst wird als ihre bislang größte Kapitalzuführung bezeichnet, was ihre strategische Bedeutung für Trumps Vorstoß im afrikanischen Bergbau unterstreicht.

Dann ist da noch der US-Technologiesektor. Das Silicon Valley sichert sich ebenfalls einen direkten Anteil am afrikanischen Bergbau, wobei sein massiver Einsatz im Bereich der künstlichen Intelligenz die Erwartung nährt, dass die Nachfrage nach kritischen Mineralien in den kommenden Jahren sprunghaft ansteigen wird. Anfang der 2020er Jahre gab es sogar Gerüchte, dass Tesla-Chef Elon Musk eine Übernahme von Glencore, dem gemessen am Jahresumsatz weltweit größten Bergbaukonzern, in Erwägung ziehe.

KoBold Metals, ein 2018 gegründetes Bergbauunternehmen, gibt an, mithilfe künstlicher Intelligenz und fortschrittlicher Forschungsmethoden unerschlossene Mineralvorkommen zu kartieren. Zu den Investoren des Unternehmens zählt Breakthrough Energy Ventures, ein Fonds, der 2016 von Bill Gates gegründet wurde und zu dessen Anteilseignern Mark Zuckerberg, Jeff Bezos und Michael Bloomberg gehören. Im Rahmen einer im vergangenen Sommer mit der Regierung der DR Kongo unterzeichneten Vereinbarung erhielt KoBold sieben Explorationslizenzen für Lithium-, Coltan- und Seltenerdvorkommen auf einer Fläche von 1.600 Quadratkilometern.

Wirklich alle?

Als der US-Bergbaugigant Freeport-McMoRan Mitte der 2010er Jahre seine Vermögenswerte in der DR Kongo an chinesische Unternehmen verkaufte, sah es so aus, als würde das US-amerikanische Kapital das Handtuch werfen. Angesichts der hohen Kosten des Bergbaus in einer von Instabilität geprägten Region – und der Rechtsstreitigkeiten, die mit der Arbeit in einem von endemischer Korruption geprägten Geschäftsumfeld einhergehen – schienen US-Unternehmen gegenüber den staatlich unterstützten Giganten des chinesischen Bergbausektors strukturell im Nachteil zu sein.

Zehn Jahre später ist eine neue Generation von US-Unternehmen zurück – und bereit, sich die Hände schmutzig zu machen. Zudem können sie mit viel Spielraum seitens einer US-Regierung rechnen, die den geschäftlichen Charakter ihrer Rohstoffoffensive in der DR Kongo voll und ganz akzeptiert.

Eine Untersuchung der Aktivitäten von Orion in Guinea durch die Plattform zum Schutz von Whistleblowern in Afrika (PPLAAF) aus dem Jahr 2025 deckte Beweise für Bestechungszahlungen an guineische Funktionäre auf, mit denen der Export von Mineralien beschleunigt werden sollte, sowie weitere Verstöße gegen Umweltvorschriften und die Sorgfaltspflicht. So führte beispielsweise ein Arbeitsunfall bei einer Tochtergesellschaft von Orion im Jahr 2023 zum Austritt von rund 7.500 Tonnen Bauxit – ein Vorfall, den die Konzernleitung zu vertuschen versuchte. Interne Quellen teilten der PPLAAF mit, dass das Unternehmen die zugesagten Beiträge in Höhe von US$ 15 Millionen für Investitionen in die lokale Gemeinschaft noch nicht bereitgestellt habe, da die Gewinne aus dem Bergbau des Landes systematisch der lokalen Bevölkerung vorenthalten würden.

„Besonders besorgniserregend am Verhalten von Orion in Guinea sind die allgemeine Misswirtschaft und die Tatsache, dass das Unternehmen ausschließlich und unmittelbar auf Profit aus ist, ohne Rücksicht auf die Arbeitsbedingungen und die Auswirkungen auf die lokalen Gemeinschaften“, sagte Jimmy Kande, Geschäftsführer der PPLAAF.

Dies schafft einen Präzedenzfall, der die DFC angesichts der Korruptionsvorwürfe und Umweltverbrechen, die unter anderem von den guineischen Behörden untersucht wurden und gegen die weiterhin Verfahren laufen hätte alarmieren und davon abhalten müssen, Orion als ihren operativen Arm auf dem Kontinent zu unterstützen.

Durch den Vertrag von Orion CMC mit Glencore könnte das von der US-Regierung unterstützte Unternehmen zudem in einen der schmutzigsten Korruptionsfälle in der jüngeren Geschichte des Bergbaus in der DR Kongo verwickelt sein.

Durch diesen Deal geht die Gruppe – und ihre Investoren, darunter die DFC – eine stillschweigende Partnerschaft mit dem israelischen Bergbau-Milliardär Dan Gertler ein, gegen den das US-Finanzministerium seit 2017 Sanktionen verhängt hat. In seiner Entscheidung, Gertler gemäß dem Magnitsky-Gesetz von 2012 mit Sanktionen zu belegen, bemerkte das Finanzministerium, dass der israelische Bergbaumagnat „sein Vermögen durch undurchsichtige und korrupte Bergbau- und Ölgeschäfte im Wert von mehreren hundert Millionen Dollar in der Demokratischen Republik Kongo angehäuft hat“. Dank einer Regelung, wonach Gertlers Bergbaulizenzgebühren in Euro statt in Dollar gezahlt werden, konnte Gertler weiterhin Gewinne aus seinen Partnerschaften mit Glencore abschöpfen.

Das US-Finanzministerium schätzte im Jahr 2017, dass sich das durch diese Geschäfte entstandene Haushaltsdefizit der DR Kongo auf rund US$ 1,3 Milliarden belief. Musk hat bestritten, um die vollständige Übernahme von Glencore zu werben, doch einer Studie zufolge bringt Teslas Vereinbarung, jährlich sechstausend Tonnen Kobalt von dem anglo-schweizerischen Unternehmen zu beziehen, dem israelischen Milliardär jährliche Lizenzgebühren in Höhe von US$ 4 bis 5 Millionen ein.

„Dan Gertler ist wohl derjenige, der am meisten vom Bodenschatz des Kongo profitiert hat. Er hat ein riesiges Korruptionssystem aufgebaut, das von der US-Regierung zwar sanktioniert aber mit der Komplizenschaft von Glencore umgangen wurde“, meint Mputu vom Kollektiv CNPAV. „Alle scheinen sich mit dieser Situation abgefunden zu haben. Mit Trumps Rückkehr an die Macht befürchten wir nun unter anderem, dass diese Sanktionen aufgehoben werden, damit Orion mit Glencore zusammenarbeiten kann.“

Die DFC und Orion haben auf eine Bitte um eine Stellungnahme nicht reagiert.

Es bestehen jedoch kaum Zweifel daran, dass andere Prioritäten in den Vordergrund rücken, während sich die USA wieder am Wettlauf um die Rohstoffe in der DR Kongo beteiligen. Trump seinerseits nahm kein Blatt vor den Mund, als er im vergangenen Dezember das Abkommen vom Weißen Haus aus feierte: „Wir werden einen Teil der Seltenen Erden und einen Teil der Vermögenswerte entfernen und dafür bezahlen. Alle werden eine Menge Geld verdienen.“

Harrison Stetler ist freiberuflicher Journalist und Lehrer und lebt in Paris.

Available in
EnglishSpanishPortuguese (Brazil)GermanFrench
Author
Harrison Stetler
Translator
Nathalie Guizilin
Date
26.05.2026
Source
JacobinOriginal article🔗
Progressive
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