Statements

Straßenhändler*innen in ganz Indien fordern Gerechtigkeit von Amazon

Das Hawkers Joint Action Committee nimmt Stellung gegen Amazon und dessen Zerstörung der lokalen Wirtschaft Indiens.
Das Hawkers Joint Action Committee ist eine indische Plattform von Vereinigungen von Straßenhändler*innen und Mitgliedern der Koalition #MakeAmazonPay.
Das Hawkers Joint Action Committee ist eine indische Plattform von Vereinigungen von Straßenhändler*innen und Mitgliedern der Koalition #MakeAmazonPay.

Wir alle sind Zeugen der verheerenden Folgen des Klimawandels. Aber Amazon setzt sein Geschäft wie gewohnt fort. Da die unendlichen Kosten des Klimawandels unumkehrbare Höhen erreichen, ist es an der Zeit, für Amazon bezahlen zu lassen / Make Amazon Pay.

Amazon trägt in hohem Maße zur Klimakrise bei — durch die Emissionen, die durch den Versand von Produkten zu und von den Lagerhäusern, an die Käufer*innen und Abholpunkte, sowie durch den Energieverbrauch in Büros, Rechenzentren und Lagerhäusern entstehen. Amazons unverantwortliche Verpackungsprozesse für all die Kisten und anderen Verpackungsartikel tragen nur noch mehr dazu bei.

Kürzlich hat Amazon in Indien damit begonnen, Obst und Gemüse von Bauernhof-zu-Tür zu liefern. Solche Geschäftspraktiken bedrohen direkt die Existenz von Millionen von Straßenverkäufer*innen, die im Volksmund "Hawkers" genannt werden.

Straßenhändler*innen sind das Rückgrat der traditionellen Versorgungssysteme Indiens. Ihre Zahl ist enorm. Verschiedenen Schätzungen zufolge gibt es zwischen zwanzig und vierzig Millionen Straßenhändler*innen in Indien.

Auf der einen Seite bieten “Hawkers” Kleinbäuer*innen und -hersteller*innen einen Markt. Auf der anderen Seite unterstützen sie die städtischen Armen, damit sie in den Städten überleben können.

Es ist zu beachten, dass 86,2 Prozent der indischen Bäuer*innen Kleinbäuer*innen sind. Gemäß dem Jahresbericht 2018-19 des Ministeriums für KKMU gibt es in Indien 63,4 Millionen Kleinst-, Klein- und Mittelunternehmen (KKMU). 99,5 Prozent aller KKMU fallen in die Kategorie der Kleinstunternehmen, die über 110 Millionen Menschen beschäftigen.

Es wird auch geschätzt, dass etwa 95 Prozent der indischen Arbeitskräfte im informellen und unorganisierten Sektor arbeiten. Unter ihnen arbeiten 64 Prozent der Beschäftigten als Selbständige.

Die Ersetzung traditioneller Versorgungssysteme — die auf Straßenverkäufer*innen und Kleinunternehmen basieren — durch Unternehmensverteilung nach Amazon-Art wird die Klimakrise weiter verschärfen und Millionen in die Armut zurückdrängen.

Straßenverkäufer*innen, Kleinbäuer*innen und Kleinhersteller*innen haben fast keinen CO2-Fußabdruck. “Hawkers” verkaufen in der Regel lokale, saisonale und natürliche Produkte. Im Gegensatz dazu verkauft Amazon weltweit beschaffte, konservierte, überverarbeitete Artikel mit verschwenderischen Verpackungsprozessen.

Laut Amazon stieg der Nettoumsatz des Unternehmens im Jahr 2019 um 22% (ohne Wechselkursänderungen) und sein Gesamt-CO2-Fußabdruck erhöhte sich im gleichen Zeitraum um 15%. Im Jahr 2019 betrug die CO2-Intensität des Unternehmens 122,8 Gramm CO2e pro GMS.

Die COVID-19-Pandemie ist eine Krise für fast alle von uns — aber das kann man von Amazon nicht sagen. Amazons Verkäufe haben das Niveau von vor der Epidemie übertroffen. Es scheint, dass Amazon enorm von der Krise profitiert hat.

“Hawkers” berichten von einer geringeren Besucherzahl und rückläufigen Verkäufen und viele führen dies auf Amazon zurück. Während des Lockdowns war es den meisten Händler*innen nicht erlaubt, ihren Lebensunterhalt zu bestreiten, und viele Verbraucher*innen gingen zum Online-Shopping über und gewöhnten sich an Plattformen wie die von Amazon.

Das ist ein dauerhafter Verlust für arme Straßenverkäufer*innen. Wir müssen erkennen, dass Einzelhandelsdienstleistungen, die auf Straßenverkäufer*innen und Kleinunternehmen basieren, Lösungen für die Klimakrise sind, und dass das auf Amazon basierende Modell das Herzstück unserer wirtschaftlichen, sozialen und klimatischen Probleme ist.

Das Hawkers Joint Action Committee, indische Plattform von Vereinigungen von Straßenhändler*innen, fordert jetzt Klimagerechtigkeit. Amazon muss für die Dekarbonisierung der Einzelhandelswirtschaft bezahlen und Maßnahmen zum Schutz und zur Förderung traditioneller Einzelhändler*innen in unserem Land und in der ganzen Welt ergreifen.

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Seit unserem Launch im Mai 2020 hat das Syndikat mehr als 100 Artikel aus führenden progressiven Publikationen aus der ganzen Welt veröffentlicht, die jeweils in mindestens sechs Sprachen übersetzt wurden — und so die Kämpfe der indigenen Völker des Amazonas, der Palästinenser*innen in Gaza, der Feministinnen im Senegal und mehr einem globalen Publikum nahe gebracht.

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Available in
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Date
27.11.2020

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