Geopolitics

Malediven: Muizzu schürt einen Souveränitätskonflikt um die Chagos-Inseln

Unter Mohamed Muizzu bestreiten die Malediven den Anspruch von Mauritius auf den Chagos-Archipel und mischen sich damit in einen geopolitischen Konflikt ein, an dem auch das Vereinigte Königreich und die USA beteiligt sind.
März 2026 entschied ein Richter des Britischen Territoriums im Indischen Ozean in einem wegweisenden Urteil, dass die Chagos-Insulaner*innen, die in den 1960er Jahren vom Vereinigten Königreich vollständig von dem Archipel vertrieben worden waren, ein Anrecht darauf haben, auf den Chagos-Inseln zu leben. Dadurch kam die vom Vereinigten Königreich geplante Übergabe des Chagos-Archipels an Mauritius, das einen Souveränitätsanspruch über die Inseln gestellt hatte, ins Stocken. Der Präsident der Malediven, Mohamed Muizzu, nutzt diese Entwicklungen nun, um einen Anspruch der Malediven auf den Archipel geltend zu machen.

Die unbewohnte Insel Île du Coin im Peros-Banhos-Atoll der Chagos-Inseln wird selten in den Nachrichten erwähnt. Dennoch schaffte sie es Mitte Februar in die Schlagzeilen, nachdem sechs Chagossianer*innen dort gelandet waren, um sich dort dauerhaft niederzulassen. Misley Mandarin, der in Mauritius geborene Anführer der kleinen Gruppe, sagte, sein Vater, der mitgekommen war, sei im Alter von 14 Jahren von der Île du Coin vertrieben worden. „Ich bin nicht länger im Exil. Dies ist meine Heimat“, sagte er, während sie Zelte aufschlugen, und brachte damit ihren Wunsch zum Ausdruck, dass sich ihnen weitere Menschen anschließen mögen. Die Chagossianer*innen wollten damit die vom Vereinigten Königreich geplante Übergabe des Chagos-Archipels  an Mauritius durchkreuzen. Das Vereinigte Königreich kontrolliert derzeit das offiziell als Britisches Territorium im Indischen Ozean (BIOT) bezeichnete Gebiet  und Mauritius erhebt Souveränitätsansprüche über die Inseln.

Am 31. März entschied ein Richter des BIOT in einem wegweisenden Urteil, dass es für die Chagossianer*innen, die in den 1960er Jahren vom Vereinigten Königreich vollständig aus dem Archipel vertrieben worden waren, rechtens ist, auf den Inseln zu leben. Richter James Lewis erklärte, die frühere Behauptung des Vereinigten Königreichs, die Inselbewohner*innen könnten aus Sicherheitsgründen im Zusammenhang mit einem gemeinsamen US-britischen Militärstützpunkt auf der Insel Diego Garcia nicht zurückkehren, sei nicht mehr haltbar, da die britische Regierung plane, die Inseln an Mauritius zu übergeben. Er rechnete zudem vor, dass die Kosten des Übergabeabkommens mit Mauritius in der Höhe von £ 52 Milliarden für den britischen Steuerzahler das Hauptargument entkräften, dass die Rückkehr der Chagossianer*innen zu teuer sei.

Bei dem Versuch, die Übergabe zu verzögern, bekamen die Chagossianer*innen einen unerwarteten Verbündeten. Ein paar Tage später, nachdem die Chagossianer*innen auf der Île du Coin ihr Lager aufgeschlagen hatten, reiste der britische Politiker Nigel Farage, Vorsitzender der rechtsgerichteten Partei Reform UK, heimlich nach Addu, dem südlichsten Atoll der Malediven, das etwa 500 Kilometer von den Peros Banhos entfernt liegt. Er behauptete, er sei dort, um Hilfsgüter zu den Chagossianer*innen auf Peros Banhos zu transportieren, die ebenfalls britische Staatsbürger*innen sind, und dass er von den britischen Behörden daran gehindert worden sei. An der unberührten Küste von Addu äußerte Farage seine Bestürzung darüber, dass das Vereinigte Königreich den Chagos-Archipel an Mauritius übergebe, nachdem jahrelanger internationaler Druck zu einem entsprechenden bilateralen Vertrag geführt hatte. Später tauchten Berichte auf, wonach Spender*innen zugunsten der Reform UK-Partei die Reise der Chagos-Insulaner*innen finanziert und dabei geholfen hatten, die Gruppe nach Sri Lanka zu fliegen, von wo aus sie in See gestochen waren.

Die rechtspopulistische Partei Reform UK hatte lange nach einem Weg gesucht, das Abkommen zu blockieren, als der Krieg der USA und Israels gegen den Iran in Westasien eine unerwartete Gelegenheit bot, die bevorstehende Ratifizierung des Vertrags zu vereiteln. Als das Vereinigte Königreich sich zunächst weigerte, den USA zu gestatten, von der Basis Diego Garcia aus einen Präventivschlag gegen Teheran zu starten, wandte sich auch US-Präsident Donald Trump gegen das Abkommen. In einem Social-Media-Beitrag nur wenige Tage vor Kriegsbeginn rügte Trump den britischen Premierminister Keir Starmer: „DO NOT GIVE AWAY DIEGO GARCIA“. Am 11. April war dann zu lesen, dass das Abkommen zwischen dem Vereinigten Königreich und Mauritius auf Eis gelegt worden sei.

Unter Ausnutzung dieser raschen Entwicklungen erhebt der Präsident der Malediven, Mohamed Muizzu, nun einen Anspruch auf den Archipel. Im Januar 2026 hatte Muizzu an das Vereinigte Königreich geschrieben, um formell Einspruch gegen das Abkommen zwischen dem Vereinigten Königreich und Mauritius zu erheben, und sich dabei auf „tief verankerte historische und administrative Verbindungen“ zwischen den Malediven und den Chagos-Inseln berufen. Dazu zählen Grabsteine mit Inschriften in Dhivehi, Volkserzählungen und ein Patent eines maledivischen Königs aus dem 16. Jahrhundert, in dem die Souveränität über die Inseln geltend gemacht wird. Im Vormonat hatte Muizzu in einem Telefonat mit dem stellvertretenden britischen Premierminister David Lammy erklärt, dass „jede Übertragung des Archipels die Interessen der Malediven berücksichtigen muss“. Unter Muizzus Vorgänger im Amt, Ibrahim Solih, hatten die Malediven den Anspruch Mauritius’ auf die Inseln anerkannt, doch nun, da Trump und Farage gegen das Chagos-Abkommen wetterten, zog Muizzu diese Anerkennung zurück und sah darin eine Chance, sein Land in eine Debatte über Souveränität, Einfluss und wirtschaftliche Vorteile in dem von ihm als Hinterhof der Malediven angesehenen Gebiet einzubringen. Muizzu entsandte Patrouillenboote in die Gewässer südlich von Addu und widersetzte sich damit einem Urteil des Internationalen Seegerichtshofs (ITLOS) aus dem Jahr 2023, das das umstrittene Gebiet zwischen Mauritius und den Malediven abgegrenzt hatte. Dies führte dazu, dass Mauritius die diplomatischen Beziehungen zu den Malediven aussetzte.

Trotz der Nähe der Chagos-Atolle zu Addu waren die Malediver nicht die ersten Siedler. Es waren die Franzosen, die im späten 18. Jahrhundert auf den unbewohnten Inseln von versklavten Afrikanern bewirtschaftete Kokosnussplantagen anlegten. Der Chagos-Archipel kam erstmals unter britische Kontrolle, nachdem das Vereinigte Königreich die Franzosen in den Napoleonischen Kriegen besiegt hatte und die französische Kolonie Mauritius an die Briten übertragen wurde.

Die Franzosen, und später die Briten, regierten die Chagos-Inseln von der mauritischen Hauptstadt Port Louis aus, die 2000 Kilometer südwestlich liegt. Als das Vereinigte Königreich 1968 als Reaktion auf die wachsenden Forderungen nach Selbstbestimmung der Kolonien seine Kolonien „östlich von Suez“ abgab, erklärte Mauritius seine Unabhängigkeit. Drei Jahre zuvor waren die Chagos-Inseln jedoch als BIOT festgelegt und von Mauritius abgetrennt worden.

Unmittelbar auf dieses Abkommen von 1965 folgte eine Vereinbarung zwischen Großbritannien und den USA über die Einrichtung eines gemeinsamen Militärstützpunkts auf der größten Insel der Chagos-Inseln, Diego Garcia, was zur gewaltsame Vertreibung von rund 2000 Inselbewohner*innen nach Mauritius und auf die Seychellen führte. Dort litten sie untergroßer Armut und kämpften weiter für ihre Rückkehr. Der Stützpunkt auf Diego Garcia ersetzte faktisch einen Stützpunkt der britischen Royal Air Force in Addu, da die Malediven im selben Jahr den Status eines britischen Protektorats ablegten und die volle Unabhängigkeit erlangten, wobei die abziehende britische Hegemonialmacht im Indischen Ozean gewissermaßen das Licht für ihren US-amerikanischen Nachfolger anließ.

Die sieben heute unbewohnten Chagos-Atolle wurden zu dem, was viele als die „letzte Kolonie“ des Vereinigten Königreichs bezeichnen. Während mauritische Politiker später behaupteten, die „Zerstückelung“ des mauritischen Territoriums durch die Abtrennung des BIOT sei unter Zwang erfolgt, rechtfertigte das Vereinigte Königreich die erzwungene Entvölkerung der Inseln mit der Behauptung, die Chagossianer*innen, die dort seit Generationen gelebt hatten, schon bevor die Inseln an das Vereinigte Königreich abgetreten wurden, seien lediglich Vertragsarbeiter gewesen. In den folgenden Jahrzehnten, als der berüchtigte Stützpunkt Diego Garcia zu einem entscheidenden Instrument in den US-Kriegen im Irak und in Afghanistan wurde, gelangte der rechtliche Widerstand gegen die Existenz des BIOT bis vor den Internationalen Gerichtshof (IGH). 2019 empfahl das Gericht dem Vereinigten Königreich, die Inseln so bald wie möglich an Mauritius zurückzugeben, wobei die UN-Generalversammlung diese Empfehlung mit überwältigender Mehrheit unterstützte.

Unter Druck nahm das Vereinigte Königreich schließlich 2022 Verhandlungen mit Mauritius auf. Drei Jahre später wurde ein Vertrag verabschiedet, der die Übergabe der Chagos-Inseln vorsah, während das Vereinigte Königreich einen 99-jährigen Pachtvertrag für Diego Garcia behielt. Während der mauritische Premierminister Navin Ramgoolam das Abkommen als einen Schritt nach vorne lobte, der „den Prozess der Entkolonialisierung vollendet“, erklärte sein britischer Amtskollege, die Gefahr potenziell bindender gerichtlicher Entscheidungen sei abgewendet worden, während gleichzeitig Schutz vor ausländischer Einmischung in das strategisch wichtige Gebiet des Indischen Ozeans gewährleistet sei.

Gegner*innen des Abkommens, darunter Farage, bezeichneten es als „strategische Katastrophe“, die die „besondere Beziehung“ des Vereinigten Königreichs zu den USA schädigen und China Tür und Tor für weiteren Einfluss im Indischen Ozean öffnen würde. Kurzfristig könnte das Abkommen chinesische Spionage innerhalb des Chagos-Archipels ermöglichen, argumentieren diese Kritiker. Langfristig, so vermuten sie, könnten Chinas wachsende wirtschaftliche Interessen auf Mauritius genutzt werden, um politischen Einfluss zu gewinnen, wodurch die Existenz der gemeinsamen britisch-US-amerikanischen Basis untergraben und der Weg für eine dauerhafte chinesische Militärpräsenz geebnet würde.

Obschon Farage die Forderung der Malediven offenbar begrüßt, würden genau diese Bedenken die Malediven in den Augen der Kritiker des Abkommens mit Mauritius als vertrauenswürdigen Verwalter der Chagos-Inseln ausschließen. Das Wettrüsten zwischen China und Indien auf den Malediven in den letzten zehn Jahren hat die Politik in Male entlang geopolitischer Linien polarisiert und führte schließlich dazu, dass der als pro-chinesisch geltende Muizzu seinen Wahlkampf unter den aggressiven Slogan „India Out“ setzte. Diese Kampagne zielte darauf ab, das auf den Malediven stationierte indische Militärpersonal auszuweisen und den indischen Einfluss im Land auszulöschen, womit sie Solihs vorheriger „India First“-Politik entgegenwirkte. Muizzu musste diesbezüglich nach seinem Amtsantritt einen peinlichen Rückzieher machen. Die Beziehungen zu Neu-Delhi haben sich seitdem stabilisiert. Doch nach einer Kampagne, die Angriffe auf Yoga-Veranstaltungen, die Ausweisung indischer Militärberater und eine Vergeltungskampagne in Indien zum Boykott der Malediven als Reiseziel sowie Chinas Beteiligung am Bau einer 200-Millionen-Dollar-Brücke in der maledivischen Hauptstadt umfasste, ist es unwahrscheinlich, dass Neu-Delhi oder Washington D.C. die maledivische Souveränität über die Chagos-Inseln unterstützen würden.

Mitglieder des britischen Parlaments haben das rechtliche Dilemma, das durch die Existenz des BIOT entsteht, abgetan. Andere behaupten, die Verbindungen von Mauritius zu den Chagos-Inseln seien lediglich ein Zufall der Geschichte, eine koloniale Kuriosität, die auch dazu geführt habe, dass die Inseln der Republik Seychellen einst von Port Louis aus verwaltet wurden.

Die Chagos-Diaspora – mit mittlerweile rund 10.000 Menschen, verteilt auf das Vereinigte Königreich, Mauritius und die Seychellen – reagierte mit gemischten Gefühlen auf den Vertrag von 2025. Einige begrüßten das Versprechen einer Wiederansiedlung nach der Übergabe, während andere sich misstrauisch gegenüber der mauritischen Regierung äußerten. Die meisten beklagten den Mangel an Konsultation und forderten mehr Mitspracherecht bei künftigen Entscheidungen über die Inseln. Gemäß den Vertragsbedingungen blieb es Mauritius freigestellt, die Inselbewohner*innen überall außer auf Diego Garcia anzusiedeln. Gleichzeitig baute das Vereinigte Königreich seine Präsenz im Indischen Ozean aus, um der wachsenden Macht Chinas entgegenzuwirken. Neu-Delhis Befürchtungen hinsichtlich einer „Schuldenfallen-Diplomatie“, einer strategischen Einkreisung durch Chinas „Perlenkette“ und Pekings „maritimer Miliz“ haben zu einem Wettlauf um Einfluss in Ländern wie Mauritius und den Malediven geführt. Während Indien sich vor Instabilität in Acht nehmen wird, könnte Neu-Delhi – nachdem die jüngste Nationale Sicherheitsstrategie der USA darauf hindeutete, dass Washington DC das Interesse an Angelegenheiten jenseits der westlichen Hemisphäre verliert – tatsächlich durch Trumps erneutes, wenn auch unberechenbares Interesse an der Sicherheit im Indischen Ozean ermutigt werden.

Das Hauptanliegen der Malediven – die Abgrenzung im Streit um die Chagos-Inseln – war die Festlegung ihrer ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ) – eine Angelegenheit, die durch inkonsistente Politik und Unklarheit darüber, mit wem verhandelt werden sollte, erschwert wurde. Nach dem Urteil des IGH von 2019 teilte der ITLOS den Malediven mit, dass er die Souveränitätsfrage nun als abgeschlossen betrachte und ein „abgetretenes Gebiet“ für den AWZ-Streit irrelevant sei, was dazu führte, dass Solih den Anspruch Mauritius‘ auf die Chagos-Inseln anerkannte.

Obwohl die Malediven dank des ITLOS-Urteils einen etwas größeren Anteil an dem über 92.000 Quadratkilometer großen umstrittenen Gebiet erhielten, schrie die Opposition „Verrat“, und Muizzu, damals noch Präsidentschaftskandidat, schwor, das „verlorene Gebiet“ zurückzugewinnen. Der späte Anspruch der Malediven auf die Chagos-Inseln erscheint undurchsichtig, doch Befürworter*innen argumentieren, dass der Vertrag zwischen dem Vereinigten Königreich und Mauritius lediglich dazu diene, einen „kolonialen Fehler“ in einen „neokolonialen Betrug“ zu verwandeln. Die Kampagne „Maldivians4Chagos“, zu deren Unterstützer*innen der ehemalige maledivische Diktator Maumoon Abdul Gayoom gehört, behauptet, der maledivische Einfluss auf die Inseln sei älter als die europäische Kolonialisierung. Muizzus Regierung erwägt Berichten zufolge ihre rechtlichen Optionen.

Nachdem Muizzu mit einem nationalistischen Wahlprogramm an die Macht gekommen ist, hat er wenig zu verlieren, wenn er seinen kühnen Anspruch auf die Inseln südlich der Malediven geltend macht. Doch da die militärische Präsenz der USA und Großbritanniens auf Diego Garcia in welcher Einigung auch immer offenbar nicht verhandelbar ist, würde es bei den Malediven – deren Politik von Unabhängigkeit und Islam geprägt ist – in der Öffentlichkeit nicht gut ankommen, wenn die USA möglicherweise von einem Stützpunkt auf maledivischem Territorium aus Westasien bombardieren würden. Da zudem immer mehr Malediver*innen aus den weit verstreuten Atollen des Landes in die Hauptstadt abwandern, würden sich nur wenige davon beeindrucken lassen, wenn zu den 1192 Inseln, die sie bereits besitzen, noch ein paar Dutzend weitere hinzukämen. Muizzus praktische Bedenken könnten in der möglichen Konkurrenz durch die kommerzielle Fischerei im Süden liegen, da das Gebiet um die Chagos-Inseln seit einem halben Jahrhundert für maledivische Fischer gesperrt ist, seit das Vereinigte Königreich einen Teil des Chagos-Archipels zum Meeresschutzgebiet erklärt hat – übrigens ein weiteres Mittel, um den Chagossianer*innen ihr Recht auf Rückkehr zu verweigern. Zwar ist die wirtschaftliche Abhängigkeit der Malediven von der Fischerei längst vorbei und durch die Abhängigkeit vom Tourismussektor ersetzt worden, doch bleibt die Fischereiindustrie für Arbeitsplätze und Exporte weiterhin von zentraler Bedeutung. Da das Übergabeabkommen in schwieriges Fahrwasser gerät, wird es Muizzus Priorität sein, die territorialen Gewinne der Malediven zu maximieren.

Unabhängig davon, wer die Souveränität über die Chagos-Inseln beansprucht, haben die USA keineswegs die Absicht, Diego Garcia zu verlassen, und es gibt derzeit kein internationales Gericht und keinen Konkurrenten, der diese Realität ändern könnte. Trump hat offen erklärt, dass er sich das Recht vorbehält, Diego Garcia „militärisch zu sichern“, während Starmers anfängliche Weigerung, den USA Luftangriffe von den Chagos-Inseln aus zu gestatten, schnell einer Erlaubnis für „defensive“ Operationen wich – und schließlich der vollständigen Ad-hoc-Einstellung des Abkommens zwischen dem Vereinigten Königreich und Mauritius.

Trumps Iran-Krieg erinnert viele Chagos-Insulaner*innen daran, dass frühere juristische Erfolge vor britischen Gerichten in den Hintergrund traten, nachdem der Krieg gegen den Terror die strategische Bedeutung von Diego Garcia erhöht hatte. Während Kommentator*innen in London, Washington DC und Delhi über strategische Theorie und internationales Recht diskutieren, erinnern die etwa ein halbes Dutzend Inselbewohner*innen auf Peros Banhos an die Stimmen, die in Jahrzehnten geopolitischer Dramatik ignoriert wurden. Während die BIOT-Behörden einen weiteren Räumungsversuch unternehmen, hat diese Gruppe die juristische Debatte bereits verändert, indem sie die Anweisungen souveräner Staaten übergangen und dafür gesorgt hat, dass sie in der immer lauter werdenden Debatte um ihre Heimat Gehör finden.

Available in
EnglishSpanishPortuguese (Brazil)GermanItalian (Standard)TurkishArabicHindiRussian
Author
Daniel Bosley
Translators
Fabienne Nyffenegger, Nathalie Guizilin and ProZ Pro Bono
Date
30.05.2026
Source
Himal SouthasianOriginal article🔗
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